20/08/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Mezzovico-Vira

Polit. Gem. TI, Bez. Lugano. M. besteht aus zwei Siedlungen entlang der alten Strasse zum Monte Ceneri. 1335 Medio Vico und Vira. 1591 775 Einw.; 1801 345; 1850 465; 1900 467; 1950 493; 1990 828; 2000 938. Eine kürzlich gefundene Stele mit Inschriften in nordetrusk. Schrift lässt vermuten, dass der Ort bereits in vorröm. Zeit besiedelt war. Bei archäolog. Untersuchungen unter der Pfarrkirche S. Abbondio von M. wurde 1990 ein röm. Friedhof mit Urnengräbern entdeckt und die Bauentwicklung von einer kleinen Holzkirche im 6. Jh. bis zur letzten wichtigen Umgestaltung im Barock belegt. Vermutlich war der Ort im FrühMA eine curtis, die die villa (Vira), den vicus in der Mitte (Mezzovico) und Sigirino umfasste. Im MA gehörte M. zur Talschaft der Carvina, zu der die Dörfer des oberen Vedeggio nördlich von Sigirino zählten. Weltl. und geistl. Zentrum war Bironico. Mezzovico und Vira waren immer eine einzige Gem., trennten sich aber in geistl. Belangen, als 1838 die Kirche S. Antonio in Vira zur Pfarrkirche erhoben wurde. Die zur Pfarrei M. gehörende zweite Pfarrkirche S. Mamete geht auf eine rom. Anlage zurück, die im 12., 15. und 16. Jh. erweitert wurde. Die traditionelle Landwirtschaft beruhte vorwiegend auf der Nutzung der Bergweiden und zahlreichen Maiensässen. In den letzten Jahrzehnten des 20. Jh. entstanden in der Ebene, die vom Fluss Vedeggio, der Autobahn, der Kantonsstrasse und der Eisenbahn durchquert wird, eine Reihe von Bauten für Industrie und Handel. Zurückzuführen ist diese Entwicklung auf das Wachstum der Agglomeration Lugano, die ins Vedeggiotal ausgreift, und auf die Nähe zum Autobahnanschluss und zur SBB-Station Rivera.


Literatur
– G. Chiesi, F. Zappa, Terre della Carvina, 1991

Autorin/Autor: Bernardino Croci Maspoli / GG