23/10/2008 | Rückmeldung | PDF | drucken

Melano

Polit. Gem. TI, Bez. Lugano, am Ostufer des Luganersees am Fuss des Monte Generoso gelegen. 799 Mellani, 1192 Melano. 1591 100 Einw.; 1702 193; 1769 205; 1801 351; 1850 368; 1900 584; 1950 529; 2000 1'102. Nekropole aus der Römerzeit. 847 sind Besitzungen der Benediktinerabtei S. Ambrogio von Mailand bezeugt. Im MA kontrollierte die Stadt Como den Seehafen von M., der im Kampf gegen Mailand Anfang des 12. Jh. strateg. Bedeutung hatte. Im SpätMA existierte zwischen M. und Capolago eine 1449 erw. Mauer, die vom Monte Generoso zum Seeufer hinunterführte. 1798 gehörte M. zur kurzlebigen Republik Riva San Vitale. M. war zunächst nach Riva San Vitale kirchgenössig und wurde 1591 selbstständige Pfarrei. Die im 15. Jh. erw. Pfarrkirche S. Andrea wich 1846-50 einem Neubau, der 1992-94 restauriert wurde. 1634-37 entstand auf einem früheren rom. Gebäude die ab dem 14. Jh. bezeugte Wallfahrtskirche Madonna del Castelletto. Sie wurde 1985-87 restauriert und ist einer der beliebtesten Pilgerorte im Tessin. Landwirtschaft, Viehzucht und Forstwirtschaft waren neben der saisonalen Auswanderung lange die Haupterwerbsquellen. 1840 eröffnete Giovanni Battista Fogliardi in M. eine der ersten Seidenspinnereien des Tessins. Zu Beginn des 21. Jh. lebt die Gem. v.a. vom Tourismus.


Literatur
Il Comune, 1978, 253-268

Autorin/Autor: Giuseppe Negro / CN