15/09/2011 | Rückmeldung | PDF | drucken

Massagno

Polit. Gem. TI, Bez. Lugano. Im Nordwesten der städt. Agglomeration von Lugano gelegen, umfasst M. auch die alte Fraktion Gerso; ab 1804 kam ein Teil der ehem. Gem. Rovello dazu. 1146 Masagnio, 1198 Maxanio. 1698 35 Haushalte; 1820 250 Einw.; 1850 329; 1880 580; 1900 773; 1950 2'304; 1970 5'214; 2000 5'558.

Neben einer jungsteinzeitl. Axt aus Serpentin wurden einige Brandgräber mit eisenzeitl. Beigaben gefunden. Die aus der Verbindung von M. und Gerso hervorgegangene Nachbarschaft M. gehörte im MA zur Pieve Lugano. Dort besass das Kollegiatstift S. Lorenzo von Lugano, das noch 1198 als Inhaber von Bodenrechten bezeugt ist, im 9. und 10. Jh. Güter. Über Besitzungen verfügten zur selben Zeit auch die curtis, die spätere Kastlanei von Sonvico, sowie ab 1262 das Spital S. Maria von Lugano, das 1739 seinen Besitz in M. an die Fam. Luvini veräusserte, und ferner ab 1329 die Propstei des Humiliatenkonvents S. Antonio in Lugano. Im 14. Jh. besass der Bf. von Como, Inhaber des Zehntrechts in M., Güter in Gerso. M. gehörte zur Pfarrei Lugano und bildete 1920-27 mit Rovello eines ihrer fünf Rektorate, bevor es ohne Rovello eine selbstständige Pfarrei wurde. Die Pfarrkirche S. Lucia, die etwa auf 1530 zurückgeht, erhielt 1931 ihre heutige Form in neurom. Stil. Die Kapelle S. Antonio da Padova in Gerso stammt aus den Jahren 1655-70 und wurde 1983 restauriert. Ein Solari aus Gerso liess sie errichten, der wie die Fam. Stazio aus M. in Venedig im Wollhandel tätig war. Die Kapelle Madonna della Salute wurde 1710 in Erfüllung eines Gelübdes von 1636 gebaut, als die Gem. von der Pest heimgesucht worden war. Sie wurde 1729 geweiht und 1975 restauriert. 1815-30 wurde die Kantonsstrasse gebaut. Für den Aushub der Eisenbahnlinie 1879-80 wanderten v.a. ital. Arbeitskräfte zu, was zu einem ersten Bevölkerungswachstum führte. Während des starken demograf. Wachstums der 1960er Jahre wandelte sich M., das früher von der Landwirtschaft und der saisonalen Auswanderung gelebt hatte, vorwiegend zu einer Wohngemeinde mit reger Bautätigkeit. 2000 arbeiteten ca. drei Viertel der Erwerbstätigen auswärts. Das heutige Schulzentrum wurde 1970-71 realisiert. In M. gibt es zwei Altersheime.


Literatur
– E. Maspoli, La parrocchia di M., 1927
– D. Robbiani, M., 1949 (21970)
– S. Mordasini, Il consiglio comunale di M. nella sua storia (1928-2003), 2004

Autorin/Autor: Antonio Gili / BT