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Maroggia

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Polit. Gem. TI, Bez. Lugano, am Ostufer des Luganersees. 962/966 Marogia. 1636 114 Einw.; 1791 151; 1850 211; 1900 414; 1950 577; 2000 562. M. ist seit der Eisenzeit besiedelt; 1906 wurde eine nordetrusk. Inschrift und 1926 eine röm. Stele entdeckt. Der langobard. König Liutprand schenkte das Dorf um 724 der Kirche S. Carpoforo in Como, später ging es an die Benediktinerabtei S. Ambrogio in Mailand über. 1798 schloss sich M. der kurzlebigen Republik Riva San Vitale an. Kirchlich gehörte das Dorf zur Pfarrei Riva San Vitale, bis es 1644 zur selbstständigen Pfarrei wurde. Die Pfarrkirche S. Pietro ist erst ab 1579 schriftlich belegt, wurde aber im FrühMA erbaut. Der um 1640 erstellte Neubau wurde 1982-83 restauriert. Über einem Gebäude aus dem 16. Jh. wurde 1731-66 die Wallfahrtskapelle Madonna della Cintura errichtet. Früher lebte das Dorf von der Fischerei und der Köhlerei. Die aktuelle Anlage der Mühle, die im Jahr 2000 vollständig automatisiert wurde, stammt vom Ende des 19. Jh. Zur selben Zeit wurden in der Gem. eine Papier- und eine Lebensmittelfabrik betrieben. 1878 eröffnete Romeo Manzoni in M. das nach ihm benannte internat. Mädchenpensionat, das 1905 an die Salesianer verkauft wurde, die dort das Kollegium Don Bosco gründeten. 2000 arbeiteten rund zwei Drittel der Erwerbstätigen auswärts. 2005 stellte der 2. Sektor 58% der Arbeitspläte in der Gemeinde.


Literatur
– F. Frigerio, M., 1972

Autorin/Autor: Giuseppe Negro / BT