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Kunz, Otmar

geboren um 1530 Wil (SG), gestorben 27.1.1577 Wil, kath.; Sohn eines Bäckers. 1547 trat K. in die Benediktinerabtei St. Gallen ein, zu deren Fürstabt er 1564 gewählt wurde. Seine Regierungszeit stand ganz im Zeichen der im Anschluss an die Konstanzer Synode von 1567 einsetzenden nachtrident. Reform mit der definitiven Rekatholisierung der Alten Landschaft und Teilen des Toggenburgs, der Erneuerung des religiösen Lebens im Kloster und Territorium, der Förderung von Bibliothek, Kunst und Kultur sowie der Visitation durch Karl Borromäus im Jahr 1570. Die kath. Abtei wurde 1566-67 von der ref. Stadt territorial völlig getrennt, indem eine 31 Fuss hohe "Schiedmauer" mit Tor zwischen den beiden konfessionell unterschiedl. Gebieten errichtet wurde. Ein 1570 zusätzlich erstelltes Südtor ermöglichte es, die Abtei zu verlassen, ohne die ref. Stadt zu betreten.


Literatur
HS III/1, 1328 f.
– B. Bühler, Gegenreformation und kath. Reform in den stift-sankt-gall. Pfarreien der Diözese Konstanz unter den Äbten Otmar K. (1564-1577) und Joachim Osper (1577-1594), 1988

Autorin/Autor: Werner Vogler