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Lamone

Polit. Gem. TI, Bez. Lugano. Am Hügelfuss des San Zeno und am linken Flussufer des Vedeggio gelegenes Strassendorf, das auch den Weiler Ostarietta umfasst. 854 Namonni, 1295 Lamono. 1850 347 Einw.; 1900 375; 1950 541; 1970 1'325; 2000 1'564. Auf dem Hügel San Zeno wurde ein Schalenstein gefunden. Güter und Lehensrechte in L. besassen im 9. Jh. wahrscheinlich die Benediktinerabtei S. Ambrogio von Mailand, das Domkapitel von Como, ab dem 15. Jh. die Hzg. von Mailand, 1423 das Spital S. Maria von Lugano, das Spital S. Giuseppe und 1514 das Kloster S. Maria del Carmelo in Piacenza. 1529 gingen die Rechte von S. Giuseppe sowie vom Kloster S. Maria del Carmelo an die Fam. Laghi von Lugano über. Die Pfarrei von L., die auch Cadempino umfasste, ist 1468 als selbstständig bezeugt. 1758 wurde sie zur Propstei erhoben. Die Kirche S. Andrea wird 1468 erstmals erwähnt, sie geht aber wahrscheinlich auf das 12.-13. Jh. zurück. 1612 und im 19. Jh. wurde sie umgebaut. Der Glockenturm stammt aus rom. Zeit. Neben dem Oratorium S. Zeno aus dem Ende des 15. Jh. befinden sich Räume einer bereits 854 erw. Einsiedelei. Die Weiderechte, die L. und Cadempino auf den Alpen Traverno und Guzzala besassen, wurden 1507 Isone überlassen. Jahrhundertelange Grenzstreitigkeiten mit Cadempino regelte L. 1887. Früher lebten die Bewohner L.s von der Landwirtschaft (1619 bezeugte Mühle). Zusätzl. Einkünfte verschafften die Emigration, ein vom 18. Jh. bis ca. 1950 funktionierender Sägereibetrieb und die Ausbeutung eines Sandsteinbruchs bei Valeggia. Die Brücke über den Fluss Vedeggio in Ostarietta entstand 1806-12 beim Bau der Strasse Lugano-Cadenazzo. Sie verbindet L. mit dem wichtigen Strassennetz und Siedlungsgebiet am rechten Ufer des 1906-11 kanalisierten Flusses. In diesem ebenen Gebiet konzentrierten sich entlang des Flusses und der Autobahn die meisten Industrie- und Gewerbebetriebe, die für eine starke Zunahme der Bevölkerung 1950-70 verantwortlich waren. Der Bahnhof von L.-Cadempino entstand 1923.


Literatur
– G. Sarinelli, L.-Cadempino, 1941 (19762)
Appunti per uno studio della toponomastica del comune di L., hg. von T. Casari, 1988

Autorin/Autor: Antonio Gili / RG