24/02/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken

Comano

Polit. Gem. TI, Bez. Lugano, auf einer Hügelterrasse im Nordwesten Luganos gelegen. 1159 Cumano. 1643 595 Einw.; 1670 323; 1808 246; 1850 334; 1900 405; 1910 458; 1950 441; 2000 1'594. Im MA besass das Paveser Kloster S. Pietro in Ciel d'Oro in C. eine Hube (mansus) mit Wiesen, Feldern und Rebbergen (schon 726 erw.). Das Domkapitel Como hatte Rebland und Waldstücke (1297-99, 1335) inne; auch das Spital S. Maria in Lugano verfügte über Ländereien (1421). Die Kirche S. Maria della Purificazione stammt aus dem Jahre 1359. C. wurde 1468 selbstständige Pfarrei und betreute kirchlich auch Savosa (bis 1576), Cureglia (bis 1594), Canobbio (bis 1643), Porza (bis 1647) und Vezia (1571-1653). Nach dem Konzil von Trient gab es in C. eine bekannte Pfarrschule, die von geistl. und weltl. Schülern aus vornehmen Familien Luganos und der Eidgenossenschaft besucht wurde. Die Gebetskapelle und Klause S. Bernardo, auf dem gleichnamigen, bewaldeten Hügelvorsprung gelegen, war das Ziel feierlicher Prozessionen. 1626 liessen sich Ursulinen in der Gemeinde nieder. Zu den hist. Gebäuden von C. gehören u.a. die Häuser Rusca und Massalli (sog. Casa di S. Carlo Borromeo).

C. blieb lange Zeit eine landwirtschaftlich geprägte Gemeinde, deren Einkünfte durch die Auswanderung von Fachkräften ergänzt wurden. In jüngster Zeit nahm die Bevölkerung wieder stark zu: Zwischen 1960 und 1990 verdreifachte sich die Bevölkerungszahl. Die Anzahl Wohnhäuser stieg 1980-91 um 40% an, weshalb viel Landwirtschaftsland zu Bauland umgenutzt wurde. Seit 1976 befinden sich die Studios des Fernsehens der ital. Schweiz (TSI) in C.


Literatur
– «C.», in AST 3, 1960, 137 f.
C., hg. von V.F. Raschèr, M. Frasa, 1984
– O. Bernasconi, «C.: Eine Tessiner Gem.», in Hb. der schweiz. Volkskultur 2, hg. von P. Hugger, 1992, 501-512
– D. Tarilli, Notizie dal Cinquecento, hg. von D. Petrini, T. Petrini, 1993

Autorin/Autor: Antonio Gili / CN