Certara

Ehemalige politische Gemeinde TI, Bezirk Lugano, seit 2013 Teil der Gemeinde Lugano. Dorf am linken Hang des oberen Val Colla zwischen dem Berg Denti della Vecchia und dem Dorf Gazzirola an der ital. Grenze. 1264 Certara. 1591 100 Einw.; 1791 150; 1808 102; 1850 142; 1900 181; 1950 136; 1990 52; 2000 65. Zusammen mit der Kirche S. Pietro Martire bereits im 13. Jh. erwähnt, war C. ursprünglich wohl eine einfache Alp des Hofes von Sonvico und der aus Colla, Insone, Scareglia, Signora und Piandera bestehenden Nachbarschaft. Obwohl das Dorf bis 1899 von der Pfarrei S. Pietro in Colla abhängig blieb, verfügte es bereits 1591 über eigene Güter, einen Friedhof, die aus dem 17. Jh. stammende Taufkapelle S. Rocco (vollständig renoviert) und ab 1670 auch über einen Seelsorger. Die Einkünfte der Dorfgemeinschaft aus Landwirtschaft und Viehzucht wurden durch die Einnahmen der Emigranten (v.a. Spengler und Kupferschmiede) ergänzt. Ab Ende des 19. Jh. nahm die Dorfbevölkerung infolge des Niedergangs der Landwirtschaft und der Agglomerationsbildung um Lugano stark ab; viele Häuser werden als Zweitwohnungen genutzt.


Literatur
– G. Rovelli, La Castellanza di Sonvico, 1927 (21983), 25, 51
Valli di Lugano, hg. von F. Zappa, 1990

Autorin/Autor: Antonio Gili / GG