Reginbert von Reichenau

gestorben 9.5.847 Reichenau. Als Leiter des Skriptoriums und Bibliothekar betreute R. die Reichenauer Klosterbibliothek. Sein Verzeichnis der Büchereingänge von 835 bis 842 ergänzt den vermutlich ebenfalls von ihm stammenden Bibliothekskatalog von 821/822 und dokumentiert Zuwächse insbesondere von hagiograf. und glaubensprakt. Literatur sowie von Schultexten, unter denen auch althochdt. Gedichte Aufnahme fanden. Sechs Reichenauer Handschriften enthalten (meist autograf) einen formelhaften Exlibris-Eintrag R.s in Prosa, z.T. von einer Versfassung begleitet, die vermutlich R.s Schüler Walahfrid Strabo dichtete. In R.s Umkreis entstand - wahrscheinlich 819 - der St. Galler Klosterplan.


Literatur
– M.M. Tischler, «R.-Handschr.», in Scriptorium 50, 1996, 175-183
– W. Berschin, Mittellat. Stud., 2005, 169-173
– F. Heinzer, Klosterreform und ma. Buchkultur im dt. Südwesten, 2008, 17-31

Autorin/Autor: Udo Kühne