29/07/2003 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Carabietta

Polit. Gem. TI, Bez. Lugano, am Luganersee, am östl. Ufer des Armes von Agno. 1335 Carabio (auch für Carabbia gebräuchlich), 1375 La Carabieta. 1801 58 Einw.; 1850 74; 1900 50; 1950 60; 1960 48; 2000 100. Ende des 14. Jh. gehörte C. zur Pieve Agno, kam im 15.-16. Jh. zur Pieve Lugano und wurde schliesslich kirchlich abhängig von der Pfarrkirche der Gem. Morcote, zu welcher C. 1803-16 auch politisch gehörte. Im MA (1335) und auch während der eidg. Herrschaft (1664, 1784) besass C. den auf einen kaiserl. Erlass zurückgehenden Rechtsstatus einer cassina, d.h. eines Dorfes mit Immunität, das von Abgaben befreit war. Die Kirche S. Bernardo (1634 erw.) steht auf den Fundamenten eines spätma. Vorgängerbaus. Die Einwohner der Gem. ergänzten ihre Einkommen aus der Landwirtschaft durch Einkünfte aus der Emigration. C., eine der kleinsten Gem. des Tessins, entwickelt sich allmählich zur Wohngemeinde. Sie arbeitet in wirtschaftl. und schulischen Belangen mit Barbengo und Grancia zusammen.


Literatur
– O. Camponovo, «Gli antichi comuni e borghi del Sottoceneri nel Medioevo», in AST, Nr. 3, 1960, 112 f.
– O. Camponovo, «Terre con franchigie nel Sottoceneri», in AST, Nr. 9, 1962, 441, 444 f.
– B. Anderes, Guida d'arte della Svizzera italiana, 1980, 304

Autorin/Autor: Antonio Gili / GG