Carabietta

Ehemalige politische Gemeinde TI, Bezirk Lugano, seit 2012 Teil der Gemeinde Collina d'Oro. Am Luganersee, am östl. Ufer des Armes von Agno. 1335 Carabio (auch für Carabbia gebräuchlich), 1375 La Carabieta. 1801 58 Einw.; 1850 74; 1900 50; 1950 60; 1960 48; 2000 100. Ende des 14. Jh. gehörte C. zur Pieve Agno, kam im 15.-16. Jh. zur Pieve Lugano und wurde schliesslich kirchlich abhängig von der Pfarrkirche von Morcote, zu welcher C. 1803-16 auch politisch gehörte. Im MA (1335) und auch während der eidg. Herrschaft (1664, 1784) besass C. den auf einen kaiserl. Erlass zurückgehenden Rechtsstatus einer cassina, d.h. eines Dorfes mit Immunität, das von Abgaben befreit war. Die Kirche S. Bernardo (1634 erw.) steht auf den Fundamenten eines spätma. Vorgängerbaus. Die Einwohner von C. ergänzten ihre landwirtschaftlichen Einkommen durch Einkünfte aus der Emigration. C. war eine der kleinsten Gemeinden des Tessins und entwickelte sich allmählich zu einer Schlafgemeinde. In wirtschaftlichen und schulischen Belangen arbeitete es mit Barbengo und Grancia zusammen.


Literatur
– O. Camponovo, «Gli antichi comuni e borghi del Sottoceneri nel Medioevo», in AST, Nr. 3, 1960, 112 f.
– O. Camponovo, «Terre con franchigie nel Sottoceneri», in AST, Nr. 9, 1962, 441, 444 f.
– B. Anderes, Guida d'arte della Svizzera italiana, 1980, 304

Autorin/Autor: Antonio Gili / GG