• <b>Ulrich von Hutten</b><br>Doppelseite aus der sogenannten Steckelberger Sammlung, erschienen bei Johann Schöffer in Mainz, 1519 (Zentralbibliothek Zürich, Abteilung Alte Drucke und Rara, KK 407a 12). Das aus Huttens Nachlass stammende Exemplar ist mit dessen handschriftlichen Korrekturen für eine geplante Neuauflage versehen. Für die "Heluetij" setzte Hutten systematisch "Suiceri" ein, sein abfälliges Urteil über diese nahm er aber nicht zurück. Im hier abgebildeten Ausschnitt seines Briefs an König Franz I. von Frankreich änderte Hutten das "Rusticani homines et extreme rudes Heluetij" ("ungehobelt und äusserst tölpelhaft") fein säuberlich ab in: "Rusticani homines imprimis rudes Suiceri" ("ungehobelt und vor allem tölpelhaft", unten rechts).

No 1

Hutten, Ulrich von

geboren 21.4.1488 Burg Steckelberg bei Schlüchtern (Hessen), gestorben 29.8.1523 Insel Ufenau. Sohn des Ulrich, fuldaischen Rats, und der Ottilie von Eberstein, Tochter des Philipp, Ratmanns. Aus angesehenem fränk. Rittergeschlecht stammend, erwarb sich H. an dt. und ital. Universitäten eine humanist. Bildung. 1517 vom Kaiser noch zum poeta laureatus gekrönt, wuchs H. bald zum Satiriker und scharfzüngigen Kritiker von Staat, Kirche (v.a. von Papst und Kurie) und Bildungswesen ("Dunkelmännerbriefe", auf lat. publiziert zwischen 1515 und 1517) heran. Seine Verwicklung in den Putschversuch des Franz von Sickingen zwang ihn ins Exil. Huldrych Zwingli nahm den gebannten und geächteten H. im Mai 1523 in Zürich auf, ermöglichte ihm einen Badeaufenthalt in Pfäfers und ab August Asyl auf der Insel Ufenau. Gepflegt von Pfarrer Johannes Klarer starb er dort an Syphilis. In der kurzen Schweizer Zeit widmete sich H. dem publizist. Streit mit Erasmus von Rotterdam, der Abfassung der letzten (verschollenen) Schrift "In tyrannos", die evtl. der Zürcher Flugschrift "Gyren Rupffen" entspricht, sowie der Nachbearbeitung eigener Schriften. Im Zürcher Nachlass finden sich mehrere Drucke, die H. eigenhändig für eine Neuausgabe vorbereitet hat.

<b>Ulrich von Hutten</b><br>Doppelseite aus der sogenannten Steckelberger Sammlung, erschienen bei Johann Schöffer in Mainz, 1519 (Zentralbibliothek Zürich, Abteilung Alte Drucke und Rara, KK 407a 12).<BR/>Das aus Huttens Nachlass stammende Exemplar ist mit dessen handschriftlichen Korrekturen für eine geplante Neuauflage versehen. Für die "Heluetij" setzte Hutten systematisch "Suiceri" ein, sein abfälliges Urteil über diese nahm er aber nicht zurück. Im hier abgebildeten Ausschnitt seines Briefs an König Franz I. von Frankreich änderte Hutten das "Rusticani homines et extreme rudes Heluetij" ("ungehobelt und äusserst tölpelhaft") fein säuberlich ab in: "Rusticani homines imprimis rudes Suiceri" ("ungehobelt und vor allem tölpelhaft", unten rechts).<BR/>
Doppelseite aus der sogenannten Steckelberger Sammlung, erschienen bei Johann Schöffer in Mainz, 1519 (Zentralbibliothek Zürich, Abteilung Alte Drucke und Rara, KK 407a 12).
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Werke
Ulrichs von H. Schr., hg. von E. Böcking, 21963
Archive
– ZBZ, Nachlass
Literatur
– H.G. Keller, H. und Zwingli, 1952
– J. Benzig, Ulrich von H. und seine Drucker, 1956 (mit Werkverz.)
– H.U. Bächtold, «Ulrich von H. und Zürich», in Zwingliana 18, 1989, 12-19

Autorin/Autor: Hans Ulrich Bächtold