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Stockalper, Anton

geboren Brig, gestorben 4.12.1627 Leuk, kath., von Brig. Sohn des Anton (gestorben 1605), Zendenhauptmanns und Kastlans von Brig, Landvogts von Saint-Maurice (1576-78). Enkel des Peter ( -> 10). Meier des Freigerichts Ganter, 1618-20 Landvogt von Saint-Maurice. Ritter zum Goldenen Sporn. 1614 Hauptmann in savoy. Diensten im Piemont, 1624-27 Hauptmann in franz. Diensten im Veltlin. S. vertrat eine spanienfreundl. Politik und verlangte die Rückkehr der Jesuiten, die im Febr. 1627 vom Landrat aus dem Wallis vertrieben worden waren. Im mehrjährigen Streit zwischen Bf. Hildebrand Jost und den Patrioten, die dessen weltl. Herrschaft anfochten, ergriff S. Partei für den Bischof, der damals auf das Bistum resignierte. S. schmiedete ein Komplott und scharte ein paar Parteigänger sowie Veltliner Söldner um sich, um den Landeshauptmann Johannes Roten sowie den Landschreiber Michael Mageran, den Anführer der franz. Partei, zu ermorden und damit der Zendenrepublik ein Ende zu setzen. Die Verschwörung wurde aufgedeckt, ihr Anstifter am 15.9.1627 verhaftet und im bischöfl. Schloss von Leuk inhaftiert. Am 6. Oktober begann sein Prozess und am 22. November wurde das Urteil gefällt. Beim Gerichtsverfahren kam es zu zahlreichen Unregelmässigkeiten. In der Gerichtskommission, die ihn richtete, sassen seine schlimmsten Feinde Mageran und Roten. S. wurde wegen Verschwörung gegen die Staatssicherheit zum Tod verurteilt und am 4.12.1627 enthauptet und gevierteilt. Damit wollte man im Krieg zwischen den Zenden und dem Bischof ein Exempel statuieren. S.s Güter wurden konfisziert, aber kurz danach seinen Kindern zurückgegeben.


Literatur
– J. Graven, Réhabilitation de "noble et héroïque" Antoine S., 1927
– G. Ghika, «Luttes politiques pour la conquête du pouvoir temporel sous l'épiscopat d'Hildebrand Jost», in Vallesia 2, 1947, 71-159, v.a. 138-143
– von Roten, Landeshauptmänner, 296

Autorin/Autor: Frédéric Giroud / PTO