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Breno

Polit. Gem. TI, Bez. Lugano. Dorf im oberen Malcantone; in Terrassenlage am Fuss des Monte Torri, überragt von der Kirche, die auf den Ruinen eines alten Schlosses gebaut sein soll. 1140 Breno. 1692 521 Einw.; 1801 459; 1850 395; 1900 398; 1950 281; 1980 172; 1990 197; 2000 255.

Archäolog. Funde aus der Römerzeit; unsicher ist der kelt. Ursprung des Ortsnamens. Nach dem Jahr 1000 errichtete die Abtei S. Abbondio von Como in B. eine kleine Herrschaft, deren Güter und Rechte von der Gemeinde 1579 freigekauft wurden. Das heutige Gebiet umfasst im Süden Land, das einst zur Gem. Tortoglio (1270 Tortolio) gehörte, im Gefolge einer Pestepidemie im 15. Jh. aber verlassen wurde. Über die Aufteilung des Gebiets entbrannte ein erst 1890 geschlichteter Streit mit Miglieglia. Die Pfarrei B.-Fescoggia wurde 1592 errichtet. Die 1233 erw. Pfarrkirche S. Lorenzo wurde 1596 wiederaufgebaut und 1852 erweitert. Die herkömml. alpine Landwirtschaft umfasste auch die Bewirtschaftung von Maiensässen und Alpweiden; die Alp Rettaiola ging nach einem jahrhundertelangen Streit mit dem ital. Valle Veddasca durch einen Entscheid des Vareser Kongresses 1752 verloren. In einer im oberen Malcantone weit verbreiteten Art von Nomadentum pflegten die Landbesitzer von B. in die Hügelzone zwischen Neggio und Bosco Luganese hinunterzusteigen, wo sie weitere Güter besassen. Dieses bereits für das 16. Jh. belegte und bis zu Beginn des 19. Jh. praktizierte Wanderungsverhalten war an die Jahreszeiten gebunden (Heuernte, Weinlese, Sammeln von Kastanien sowie Wintermonate). Zwischen dem 16. und 19. Jh. bestand zudem eine starke Abwanderung von Bauarbeitern. Eine ausgeprägte philanthrop. Geisteshaltung und ein intensives Vereinsleben - oft unterstützt durch Zuschüsse zu Reichtum gekommener Auswanderer - führte im Laufe des 19. Jh. zu einer Reihe von Einrichtungen, deren wichtigste die Fachschule für Zeichnen (1883) darstellt. Ende des 20. Jh. wurde das wirtschaftl. Leben in B. durch die Wegpendler geprägt, die im Tal und v.a. in Lugano ihr Auskommen fanden.


Literatur
– G.M. Staffieri, Malcantone, 1985, 67-69
Almanacco malcantonese e bassa valle del Vedeggio, 1989, 31-70

Autorin/Autor: Bernardino Croci Maspoli / CN