08/01/2003 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Breganzona

Polit. Gem. TI, Bez. Lugano, an einem Hang westl. von Lugano gelegen. Umfasst mehrere Fraktionen, darunter als wichtigste die hist. Ortschaft Biogno, die sich erst 1925 mit B. zusammenschloss (Mulini, bisher Fraktion von Biogno, kam zur Gem. Bioggio). 984 Brianzona, 1022 Biogno. 1591 35 Herdstellen; 1850 232 Einw.; 1900 369 (200 ohne Biogno); 1950 883; 1990 4'654; 2000 4'782.

Im 12. Jh. besass das Mailänder Kloster S. Ambrogio Güter in B. Die 1489 geweihte Kirche S. Quirico in Biogno (Heiligengemälde von Giuseppe Antonio Petrini, ein Seitenschiff 1881 angebaut) stand in Beziehung zum Kloster S. Pietro in Ciel d'Oro in Pavia. Ursprünglich zur Pfarrei Lugano gehörig, trennte sie sich 1773 von der Mutterkirche S. Lorenzo und wurde damit auch für B. zur Pfarrkirche. Die Kirche S. Sebastiano in B. stammt von 1579; die Bruderschaft S. Rosario wurde 1673 gegründet. Die Einwohner beider Dörfer lebten von der Landwirtschaft (Weinbau, Schaf- und Rinderzucht, Waldwirtschaft, v.a. Kastanien), ergänzt durch kurzzeitige Auswanderung und im 19. Jh. durch die Seidenraupenzucht (1'500 Maulbeerbäume um 1890). Die Weiden gegen das Becken von Cortivallo hin wurden oft gemeinsam mit Muzzano, Bioggio, Massagno, Lugano, Sorengo, Vezia und Savosa genutzt, was zu häufigen Konflikten führte.

Seit 1950 kam es in B. wie in der ganzen städt. Agglomeration von Lugano zu einem aussergewöhnl. Wachstum (1970-2000 Bevölkerungszunahme um 73%), mit der entsprechenden Bautätigkeit des privaten (1980-89 36% mehr Wohnungen) und öffentl. Sektors (Schul- und Sportzentrum, Ausbau von Strassen- und Busnetz). Die Bevölkerung arbeitet hauptsächlich im 3. Sektor und ausserhalb von B. (Pendlersaldo 1960 minus 226, 1980 minus 922, 2000 minus 1'156). Für die örtl. Industrie war insbesondere die Knopffabrik Pedrini SA von Bedeutung. Mit seinem Hotelangebot ist B. Teil der tourist. Infrastruktur Luganos. Eine neuapostol. Kirche und ein Zentrum der evang. Pfingstgemeinde weisen auf einen erhebl. Anteil deutschsprachiger (1990 537 dt., 3'748 ital.) und prot. Personen (1990 444 prot., 3'648 kath.) hin. In der Gemeinde gibt es auch ein dem Bistum gehöriges kath. Gymnasium (Liceo diocesano).


Literatur
B., 1989-90
– I. Marcionetti, Cristianesimo nel Ticino 1, 1990, 197

Autorin/Autor: Antonio Gili / SK