No 13

Savoyen, Karl II. (III.) von

geboren 10.10.1486 Chazey (Bugey), gestorben 17.8.1553 Vercelli (Piemont). Sohn des Philipp II., Hzg. von S., und der Claude de Brosses. ∞ Beatrix, Tochter des portugies. Königs Manuel I. S. wird in der ital. Geschichtsschreibung Karl II., in der franz. Karl III. genannt. 1504 löste S. seinen Halbbruder Philibert II. an der Spitze des Herzogtums ab. Während seiner Herrschaft hatte er mit zahlreichen inneren Problemen sowohl finanzieller wie polit. Art zu kämpfen, z.B. mit der zunehmenden Rivalität zwischen dem Savoyer und dem Piemonteser Adel. Diesen versuchte er 1518 mit der Erneuerung des Halsbandordens, der fortan Annunziatenorden hiess, an sich zu binden. Seine Bestrebungen, die Herrschaft über Genf zu erlangen, blieben erfolglos. Auf europ. Ebene musste er im Konflikt zwischen Franz I. und Karl V. Stellung beziehen. 1536 stand er politisch am Abgrund, als er fast sein gesamtes Herrschaftsgebiet an Frankreich sowie an Freiburg, Bern und das Wallis, die das Chablais und die Waadt eroberten, verlor. Es verblieben ihm einzig Nizza, das Aostatal und Vercelli, wohin er sich zurückzog. Seine Zeitgenossen und die Geschichtsschreiber urteilten streng über S., obwohl seine Verbesserungsvorschläge v.a. im Bereich der Verwaltung auf ein gewisses polit. Geschick hindeuten.


Literatur
DBI 20, 294-304
– P.G. Patriarca, La riforma legislativa di Carlo II di Savoia, 1988
La Renaissance en Savoie, Ausstellungskat. Genf, 2002, 14-26
– A. Barbero, Il ducato di Savoia, 2002, 197-256, 310-321

Autorin/Autor: Bernard Andenmatten / MD