10/08/2004 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Bironico

Polit. Gem. TI, Bez. Lugano. Dorf an der Strasse über den Monte Ceneri, an dessen Fuss B. liegt. 1296 Bironico. 1769 128 Einw.; 1801 201; 1850 177; 1900 176; 1950 272; 2000 512. Um 1000 bildete B. vermutlich das weltl. und geistl. Zentrum der Carvina, welche das mittlere und obere Vedeggiotal umfasste. Zur ehemaligen Pfarrei von B. gehörten die Ortschaften Camignolo, Isone, Medeglia, Mezzovico-Vira, Rivera, Robasacco und Sigirino.Im FrühMA war B. zuerst vom Bistum, dann von der Stadt Como abhängig; am Ende des 13. Jh. liessen sich die Rusca, eine Adelsfam. aus Como, in der Gemeinde nieder. Sie bewohnten das 1328-1416 bezeugte Schloss. Ein Gasthof bei der Brücke über die Leguana diente vom 16. Jh. an als Treffpunkt der Gesandten der eidg. Orte, welche die Verwaltung der Landvögte in den ennetbirg. Vogteien zu kontrollieren hatten. Die 1267 erwähnte Pfarrkirche ist S. Martino geweiht. In der Vergangenheit gesellte sich zur herkömmlichen alpinen Landwirtschaft (mit Maiensässen und Alpweiden) eine starke Auswanderung. Handel und Gewerbe haben in jüngster Zeit eine gewisse Entwicklung erfahren, doch wird die heutige Wirtschaftsstruktur B.s v.a. durch die vielen Wegpendler (unteres Vedeggiotal, Lugano, Bellinzona) geprägt.


Literatur
– G. Chiesi, F. Zappa, Terre della Carvina, 1991

Autorin/Autor: Bernardino Croci Maspoli / CN