Bidogno

Ehemalige politische Gemeinde TI, Bezirk Lugano, seit 2008 Teil der Gemeinde Capriasca. Dorf an der rechten Talseite des Val Colla, umfasst den alten Ortsteil Lupo. 1570 Biadonia. 1574 270 Einw.; 1801 539; 1850 489; 1900 543; 1950 401; 2000 296. Das im 12. Jh. erw. B. ist als Dauersiedlung wohl im Zusammenhang mit der im Val Colla von den Einwohnern der Capriasca betriebenen transhumanten Weidewirtschaft entstanden. Die 1487 geweihte Pfarrkirche S. Barnaba ist aus einem Vorgängerbau mit Apsis hervorgegangen; ihr eindrücklicher, seitlich angebauter Glockenturm wurde um 1700 errichtet. Zur Pfarrei B., die sich 1615 von Tesserete löste, gehörten Somazzo, Treggia (Ortsteil von Lopagno) und Corticiasca (mit dem Ortsteil Carusio). Zur oberhalb des Dorfes gelegenen Kapelle S. Maria delle Grazie oder della Maestà (1646 erbaut) führt ein malerischer Pflasterweg, der von den Bildstöcken des Kreuzwegs gesäumt ist. Die Wirtschaft von B. gründete auf Ackerbau und Weidewirtschaft (Alp Musgatina von B. und Corticiasca gemeinsam genutzt) und den Einkommen aus der Emigration. Infolge des Niedergangs des 1. Sektors entvölkerte sich die Ortschaft im Lauf des 20. Jh.


Literatur
– A. Bari, La parrocchia di B., 1964
– B. Campana, L. Campana, Villaggi e paesaggi di Val Colla, 1982
Valli di Lugano, hg. von F. Zappa, 1990

Autorin/Autor: Antonio Gili / GG