20/08/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken

Arogno

Polit. Gem. TI, Bez. Lugano, auf einer Hochebene im Val Mara, 2 km von der ital. Grenze gelegen. Zahlreiche Weiler, darunter Pugerna. 1591 ca. 380 Einw.; 1670 478; 1850 756; 1900 1'075; 1950 820; 2000 969. A. ist seit der ausgehenden Antike besiedelt. Aufgrund seiner strateg. Lage an der Transitachse zwischen der Gerichtsherrschaft Seprio und der Isola Comacina wurde A. während der langobard. Epoche zu einer bedeutenden befestigten Garnison ausgebaut. 859 wird das Mailänder Kloster S. Ambrogio als Besitzer von Gütern in A. erwähnt. Die Pfarrkirche von S. Stefano (urspr. S. Nicolao, 810 erw.) löste sich 1581 von der Mutterkirche Riva S. Vitale. 1591 bis gegen Ende des 17. Jh. bestand eine Niederlassung der Ursulinen. Östl. von A. liegt die rom. Michaelskapelle, die im Barock eine starke Umgestaltung erfuhr. Am 24.2.1798 schloss sich A. der Republik Riva S. Vitale an. Ab 1797-98 trug A. wiederholt territoriale Konflikte mit Campione d'Italia aus, die erst 1861 durch ein Abkommen beigelegt werden konnten. Die Gem., die insbes. von Ackerbau und Viehzucht, den Einnahmen aus period. erfolgender Emigration (Baugewerbe) und für kurze Zeit vom Kohleabbau lebte, erhielt durch die Eröffnung zweier Fabriken zur Rohwerk-Herstellung von Uhren (1873, 1888) wichtige wirtschaftl. Impulse. Während Jahrzehnten waren diese die bedeutendsten Industriebetriebe des Tessins in diesem Sektor. Heute ist die Bevölkerung v.a. im tertiären Bereich tätig (zahlreiche Wegpendler).


Literatur
Il Comune, 1974, 9-23
Origine de la Fabrique d'Ebauches d'A., 1977
– G. Mondada, «Sindicato ed ordini particolari dell'onorando comune d'A. », in BSSI, 1984, 31-44
– L. Pedrini Stanga, I Colomba di A., 1994, 17-33

Autorin/Autor: Antonio Gili / PO