25/06/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Agra

Polit. Gem. TI, Bez. Lugano, auf 570 m am Fusse des Monte Crocione auf der Collina d'Oro gelegen. 1591 ca. 100 Einw.; 1670 143; 1850 164; 1900 164; 1930 515; 1950 389; 2000 401. Der zu A. gehörige Weiler Bigogno (Bigonio) wird in einem Inventar von 1270 erw., das den Besitz des Klosters S. Abbondio von Como im Valle di Lugano aufführt. Das Inventar des Domkapitels von Como (1298) nennt in A. Allodialgüter, bischöfl. Lehen sowie Besitztümer der Abtei Disentis; im gleichen Dokument erscheint auch die Kirche S. Tommaso in A., die zuerst zur Pfarrei S. Pietro in Pambio gehörte und 1591 Unterpfarrei wurde. Die Kapelle S. Assunta in Bigogno ist schon 1609 fertiggestellt. In den Statuten von Como 1335 wird das concilium (Nachbarschaft) von A. und Premona (alter Name von Barbengo) erw. Das landwirtschaftl. geprägte A. war einst berühmt für die Auswanderung von Kunsthandwerkern nach Russland. Das 1912 eröffnete, 1969 wieder geschlossene örtl. Sanatorium war Aufenthaltsort vieler, v.a. deutschspr. Persönlichkeiten und Intellektueller, die dort die Monatszeitschrift "Die Terrasse" publizierten.


Literatur
Die Terrasse, Nr. 10, 1931
– A.M. Redaelli, M. Agliati, Storia e storie della Collina d'Oro 1, 1977, 22, 149-169; 2, 1978, 432-503, 590 f.

Autorin/Autor: Antonio Gili / CN