Vogorno

Polit. Gem. TI, Bez. Locarno. Weitläufige, am linken Hang des Verzascatals über dem gleichnamigen Stausee gelegene Gem. mit versch. Weilern und bis 1822 auch Corippo. 1234 Vegorno. 1596 600 Einw. (mit Corippo); 1850 658; 1900 661; 1950 364; 1970 252; 2000 304. 24 Schalensteine unsicherer Datierung. V. war ab dem MA eine Nachbarschaft der Talgem. Verzasca und teilte deren Schicksal. Seit 1235 als selbstständige Gem. belegt, umfasste V. bis 1822 auch Corippo. Die Kirche S. Bartolomeo, Mutterkirche des Tals, wurde 1235 errichtet und mehrmals umgebaut (letzte Renovation 1999-2001). Bis 1952 war sie Pfarrkirche und wurde dann von der 1626 erbauten Kirche S. Antonio abgelöst. Weidewirtschaft und Ackerbau herrschten vor. Ab dem 14. Jh. war die saisonale Transhumanz üblich, und die Talbewohner verbrachten den Winter in der Magadinoebene. Eine Rolle spielte ab dem 16. Jh. auch die saisonale, später die dauerhafte Auswanderung, ab 1850 v.a. nach Übersee. 1961-65 entstand in V. eine der höchsten Staumauern der Schweiz; im Stausee, der z.T. das Landschaftsbild verändert hat, versanken mehrere Anwesen und viel Acker- und Weideland.


Literatur
– G. Bianconi, Valle Verzasca, 31980

Autorin/Autor: Daniela Pauli Falconi / PTO