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Verscio

Ehem. polit. Gem. TI, Bez. Locarno, die seit 2013 mit Cavigliano und Tegna die polit. Gem. Terre di Pedemonte bildet. Das an der Kantonsstrasse und der Centovallibahn gelegene V. gehört zur Region Terre di Pedemonte. 1335 Varzio, 1366 Vercio. 1850 347 Einw.; 1880 267; 1900 322; 1920 271; 1950 414; 2000 887. V. war das polit. und kirchl. Zentrum der Nachbarschaft Pedemonte, die bis 1798 auch Auressio umfasste. Die 1214 geweihte und 1743-48 neu errichtete eindrucksvolle Pfarrkirche S. Fedele mit einem Kirchturm von 1707 sowie rom. und spätgot. Fresken blieb bis 1692/93 Mutterkirche von Tegna und bis 1850 von Cavigliano. Die Bevölkerung lebte von Ackerbau und Weidewirtschaft, ab dem 16. Jh. kam die saisonale Auswanderung in die Toskana, v.a. nach Livorno, hinzu. In der 2. Hälfte des 19. Jh. führte die Emigration nach Übersee zu einer starken Entvölkerung. Ab den 1920er Jahren bis zur Krise der Uhrenindustrie in den 1970er Jahren beschäftigten einige Betriebe der Halbedelsteinverarbeitung bis zu 60 Angestellte, v.a. Frauen. 1971 wurde das Teatro Dimitri gegründet, das erste feste Theater des Kantons, dem 1975 die Scuola Teatro Dimitri (seit 2004 Fachhochschule) angegliedert wurde. Ab den 1960er Jahren entwickelte sich V. dank der Nähe zu Locarno zu einer Wohngemeinde. 2000 waren drei Viertel der Erwerbstätigen Pendler.


Literatur
– O. Silacci et al., Centovalli e Terre di Pedemonte, 1988

Autorin/Autor: Rodolfo Huber / CN