17/12/2013 | Rückmeldung | PDF | drucken

Tegna

Ehem. polit. Gem. TI, Bez. Locarno, die 2013 mit Cavigliano und Verscio zur neuen Gem. Terre di Pedemonte fusionierte. Die auf einem Plateau beim Zusammenfluss von Melezza und Maggia gelegene Gem. umfasst auch den Ortsteil Ponte Brolla und gehört mit den Gem. Verscio und Cavigliano zur Region Terre di Pedemonte. 1238 Tenia. 1591 rund 200 Einw.; 1692 55 Feuerstätten; 1801 196 Einw.; 1850 240; 1900 225; 1910 322; 1950 393; 2000 661. Auf einem oberhalb des Dorfs gelegenen Felssporn wurden die Reste des sog. Schlosses von T., Gräber aus der Bronzezeit, die Umfassungsmauer einer Befestigungsanlage der Latènekultur sowie Überreste eines aus der röm. Epoche stammenden Gebäudes mit quadrat. Grundriss und zentraler Zisterne gefunden. In etwas höherer Lage kam die Mauer einer kleinen ma. Burg zum Vorschein. T. gehörte ehemals zur Nachbarschaft Pedemonte (die bis Ende 1798 auch Auressio umfasste), bildete 1464 eine eigene Nachbarschaft, hatte aber weiterhin Anteil an den ungeteilten Gütern der sog. Grossgemeinde Pedemonte. Die im 14. Jh. erw. Pfarrkirche S. Maria Assunta löste sich 1692/93 von der Mutterkirche S. Fedele in Verscio. Oberhalb des Dorfs liegt die im 17. Jh. erbaute Kapelle Madonna delle Scalate, auch S. Anna genannt. Die Bevölkerung lebte von Ackerbau und Viehzucht; dazu kam ab dem 16. Jh. die saisonale Auswanderung von Gepäckträgern nach Livorno. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jh. liessen sich in T. zahlreiche Bauarbeiter und Mineure aus der Toskana nieder, die beim Bau der Eisenbahnlinie Locarno-Domodossola und der Stollen für die Rückhaltebecken der Wasserkraftwerke beschäftigt waren. Der Schiessstand bei Ponte Brolla gehört seit 1933 der Gem. Locarno. Im Aug. 1978 wurde T. von einer verheerenden Überschwemmung heimgesucht. Die Nähe zur Agglomeration Locarno führte 1980-2000 zu einem starken Bevölkerungsanstieg. 2000 waren drei Viertel der Erwerbstätigen Wegpendler. 2005 stellte der 1. Sektor 14% und der 2. Sektor 32% der Arbeitsplätze in T.


Literatur
– A. Gersten, «Castello di T.», in ZAK, 1969, 117-150
– O. Silacci et al., Centovalli e Terre di Pedemonte, 1988

Autorin/Autor: Rodolfo Huber / CHM