30/10/2008 | Rückmeldung | PDF | drucken

Mergoscia

Polit. Gem. TI, Bez. Locarno, über dem Vogorno-Stausee am rechten Hang des Verzascatals. 1061 Mergossia (Kopie von 1402), 1300 Mergosia. 1596 316 Einw.; 1790 752; 1850 588; 1900 351; 1950 197; 1990 133; 2000 181. 1313 löste sich M. von der Nachbarschaft Minusio und Brione, auch wenn der grösste Teil der Güter bis 1952 ungeteilt blieb. Um sich den Zehntabgaben an den Adel zu entziehen, verliess M. zu Beginn des 15. Jh. die Landschaft Locarno und schloss sich der Talschaft Verzasca und Vallemaggia an. Kirchlich trennte sich M. 1591 von der Mutterkirche Locarnos, S. Vittore in Muralto. Die Pfarrkirche S. Gottardo wurde 1597 über einem schon 1338 erw. Vorgängerbau errichtet; der Glockenturm stammt von 1697. Die Dorfbewohner, die schon im MA das Vieh in der Magadino-Ebene überwinterten, wo sie bis 1920 mit Minusio und Locarno Weiderechte und den gemeinsamen Streubesitz der Terricciole besassen, waren v.a. Ackerbauern und Hirten. Die knappen wirtschaftl. Ressourcen zwangen ab dem 15. Jh. zur Auswanderung, die im 19. Jh. v.a. nach Übersee führte. 1900 wurde die Fahrstrasse, 1997-98 der Tunnel von M. gebaut. In der Gem. gibt es viele Zweitwohnungen.


Literatur
– G. Mondada, La vicinia di M. vista dall'archivio, 1949
– F.-I. Pracht, M., Val Verzasca, 1997

Autorin/Autor: Daniela Pauli Falconi / CN