Reyff

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Noch heute bestehendes, aus dem Weiler Bundtels (Gem. Düdingen) stammendes Freiburger Geschlecht, das 1355 ins Freiburger Bürgerrecht aufgenommen wurde und sich mit zahlreichen Patrizier- und Adelsfamilien verband. Es stellte Grossräte, Sechziger (ab Beginn des 15. Jh.), Geheimräte, Landvögte, Venner, Kleinräte Bürgermeister, Seckelmeister und einen Schultheissen (Hans -> 2). Die R., welche sich neben den beiden Hauptlinien von Cugy und Lentigny in weitere Linien aufspalteten, wurden 1627 ins Patriziat aufgenommen und gehörten 1781 zu den 15 als adlig anerkannten Geschlechtern. François-Joseph (gestorben 1731), Vater des François Philippe Joseph ( -> 1), der durch Heirat in den Besitz der Herrschaften Cugy, Aumont und Vesin (heute Gem. Cugy) kam, ist Stammvater der Linie von Cugy. Einer ihrer Nachkommen, Joseph Louis Gabriel (1837-78), begründete den zu Beginn des 21. Jh. noch bestehenden amerikan. Zweig der Fam. Mehrere Mitglieder der Linie von Lentigny zeichneten sich in fremden Diensten aus. Die R. unterstützten die Kirche, indem sie Klöster beschützten oder wie der Chorherr von St. Niklaus, Jean Daniel (gestorben 1738), die Gründung des schliesslich 1795 eröffneten Diözesanseminars in Freiburg befürworteten. Fünf Generationen taten sich neben dem Staatsdienst als Maler, Bildhauer, Architekten und Ingenieure hervor. Die Söhne des Malers François (ca. 1578-1646), Jean-François ( -> 3), Pancrace (1633-77) und Jean Jacques (1627-1700) leiteten nacheinander das bedeutendste Bildhaueratelier des Barocks in Freiburg, in dem auch ihr Bruder Jacques (1618 bis vor 1649) mitarbeitete. 1695 zog Jean Jacques zu seinen Söhnen Pietro (1661-1711) und Francesco (1662 bis nach 1732) nach Rom, die dort ebenfalls als Bildhauer wirkten. Sein in Rom und Madrid tätiger Enkel Ferdinando (1690-1750) erneuerte 1724 das Freiburger Bürgerrecht.


Archive
– StAFR, Nachlass
Literatur
– E. Castellani-Stürzel, W. Tschopp, «Die Künstlerfam. R., Bemerkungen zu entscheidenden architekton. und bildhauer. Leistungen des freiburg. 17. Jh.», in FGB 61, 1977, 67-146
– G. Pfulg, Un foyer de sculpture baroque au 17e siècle, 1994
– A. Anselmi, «Da Roma a Madrid», in Roma, le case, la città, hg. von E. Debenedetti, 1998, 179-200

Autorin/Autor: Lucienne Hubler / AHB