Gady, de

Freiburger Patriziergeschlecht (ursprünglich Gadel und Gadi genannt), das zahlreiche Magistraten, Offiziere und Geistliche hervorbrachte. Das Adelsprädikat wird seit 1782 verwendet. Die Fam., die vermutlich aus Belfaux kam, ist in Freiburg ab der 1. Hälfte des 16. Jh. erwähnt. Das Bürgerrecht erhielt sie 1595 mit Humbert (gestorben 1603), der Wirt des Gasthauses Zum Jäger war, ab 1572 im Rat der Zweihundert und ab 1592 im Rat der Sechzig sass und 1576 als Landvogt von Pont amtierte. Die beiden Zweige des Geschlechts gehen auf seine beiden Söhne Pierre und Gaspard zurück. Die ältere Linie erlosch im 19. Jh., die jüngere besteht noch in der Waadt und im Tessin. Während des Ancien Régime bekleideten Vertreter der Fam. wichtige polit. Ämter: 30 Mitglieder hatten Einsitz im Rat der Zweihundert, sechs im Kl. Rat, 20 waren Landvögte, zwei gehörten dem Heimlichen Rat an und Ignace ( -> 1) war Schultheiss von Freiburg. Die fremden Dienste waren erst ab dem 18. Jh. bedeutungsvoll für die G. Zu dieser Zeit standen sie in den Diensten Frankreichs, Genuas, Neapels und des Hl. Stuhls. Nicolas ( -> 2) war Maréchal de camp in Frankreich. Zur Fam. zählten auch Angehörige des geistl. Standes, darunter Joseph (1746-88), Chorherr von St. Niklaus, Anne-Elisabeth (1674-1749) und ihre Nichte Marie-Angélique (1705-88), Oberinnen des Ursulinerinnen-Klosters in Freiburg, sowie Marie-Colombe (gestorben 1759), Äbtissin des Klosters La Fille-Dieu in Romont. Auch wenn die G. zu den einflussreichen Fam. zählten, war ihre finanzielle Lage prekär (sie besassen ein Stadtpalais und ein Landhaus in Montagny), einige von ihnen starben mittellos.


Archive
– StAFR, Stammbücher der Amman, de Gottrau, Schneuwly und weiterer Fam.
Literatur
Schweiz. Geschlechterbuch 5, 239-242
– H. de Vevey, Armorial du canton de Fribourg 3, 1943, 47-50
HS III/3, 692; VIII/1, 179, 181

Autorin/Autor: Sébastien Rial / AL