04/12/2008 | Rückmeldung | PDF | drucken

Lavertezzo

Polit. Gem. TI, Bez. Locarno. Die Gem. ist klar unterteilt in das auf 545 m gelegene Dorf L. im Verzascatal (mit den Weilern Aquino, Rancone und Sambugaro) und die Exklave L. Piano in der Magadinoebene (mit den Ortsteilen Riazzino, Montedato und Bugaro). 1327 Laverteze. 1596 ca. 400 Einw.; 1636 460; 1850 464; 1900 685; 1950 358; 2000 1'098. Im MA war L. eine Squadra der Vicinanza Verzasca und teilte das Schicksal des Tals. Jahrhundertelang wohnte die Bevölkerung im Sommerhalbjahr im Verzascatal und verbrachte den Winter mit dem Vieh in der Ebene. Nach der Auflösung der Terricciole (1920), eines gemeinsamen Streubesitzes von Locarno, Minusio und Mergoscia, wurde Riazzino L. zugeteilt. Die Pfarrkirche Madonna degli Angeli geht auf das 18. Jh. zurück. Die Pfarrei trennte sich im 16. Jh. von Vogorno und wurde 1806 Propstei. Eine doppelbogige Steinbrücke aus dem 17. Jh. prägt L.s Erscheinungsbild. Die Wirtschaft im Tal bestand hauptsächlich aus Ackerbau und Weidewirtschaft. Hinzu kamen Einkünfte aus der Emigration, die v.a. in Richtung Italien und bis nach Palermo führte. 1873 begann die systemat. Ausbeutung des Granits. In den letzten Jahrzehnten des 20. Jh. entwickelte sich Riazzino stark: Einkaufs- und Erholungszentren wurden gebaut und versch. Firmen liessen sich nieder. Im Jahr 2000 stellte der 1. Sektor. noch gut einen Zehntel der Arbeitsplätze in L.


Literatur
– G. Bianconi, Valle Verzasca, 1966 (31980)
– R. Broggini, Terricciuole, 1996

Autorin/Autor: Daniela Pauli Falconi / RG