Streiff

Glarner Fam. mit zahlreichen Politikern, Industriellen und Akademikern, ab Anfang des 16. Jh. in Linthal, Schwanden und Bilten belegt und möglicherweise verwandt mit dem Ministerialengeschlecht der Bf. von Chur, den Streif, sowie den Frh. von Vaz. Als Stammvater sämtl. Linien im Land Glarus gilt Peter (gestorben 1619) aus Diesbach. Seine v.a. als Bauern und Handwerker tätigen Nachkommen hatten dörfl. Ämter inne und waren Ratsherren, später auch Kaufleute, Fabrikarbeiter, Pfarrer und Lehrer. Weitere S. erwarben das Bürgerrecht von Luchsingen, Schwanden und Linthal.

In Glarus bürgerten sich Landeshauptmann Fridolin (1620-90) und Landvogt Balthasar (1646-1722) ein. Von den S. in Glarus erlangten einige oberste Landesämter, z.B. Johann Christoph ( -> 5). Die S., die nun zu den regierenden Fam. gehörten, waren v.a. für die Textilindustrie von Bedeutung. 1740 errichtete Johann Heinrich ( -> 6), ein Bruder Johann Christophs, die erste Zeugdruckerei des Glarnerlands. Bartholome ( -> 1) gründete 1823 auf der Insel in Glarus eine erfolgreiche Baumwolldruckerei, deren Produkte über das von Familienangehörigen aufgebaute Handelsunternehmen v.a. über Italien in den Orient verkauft wurden. Nachkommen, die auch hohe Offiziersstellen bekleideten, führten die Fabrik weiter.

Ein anderer Zweig der S. von Glarus errichtete die Bleicherei im Oberdorf. Fritz ( -> 3) stand am Anfang der Fabrikantenlinie im zürcher. Aathal. Architekt Johann Rudolf (1873-1920) baute die Töchterschule Hohe Promenade in Zürich. Von Glarus aus gelangte ein Zweig nach Mollis und erlangte dort eine grosse Bedeutung in der lokalen Industrie. Dessen Angehörige begründeten eine weitere Baumwolldruckerei, bekleideten dörfl. Ämter und gelangten im 19. Jh. auch in oberste Landesämter wie der Landesseckelmeister und Salzdirektor Konrad ( -> 8).


Literatur
Schweiz. Geschlechterbuch 7, 579-596
– F. Stucki, 50 alte Glarner Fam., 1989, 79-82
– R. von Arx et al., Industriekultur im Kt. Glarus, 2005, 102-127, 210-220

Autorin/Autor: Hans Rudolf Stauffacher