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Indemini

Polit. Gem. TI, Bez. Locarno, auf 938 m im oberen Valle Veddasca an der Grenze zu Italien gelegen. 1260 Indemine. 1591 ca. 200 Einw.; 1683 376; 1801 287; 1850 409; 1900 340; 1950 206; 1970 64; 2000 39. Im MA war I. eine Dorfgenossenschaft (vicinia) von Gambarogno. Im 17. Jh. kam es zu Streitigkeiten um Alp- und Waldbesitz mit den Dorfgenossenschaften des Valle Veddasca und des Malcantone. 1752 wurden Grenzstreitigkeiten mit dem Vertrag von Varese gelöst. 1800 zog die helvet. Regierung in Erwägung, I. im Austausch für Campione d'Italia an die Cisalpin. Republik abzutreten. Eine Vizepfarrei bildete sich in I. 1556 nach der Abspaltung von Vira. Die Kirche S. Bartolomeo, die wahrscheinlich vor 1213 entstanden ist, wurde im 17. Jh. erweitert und im 19. Jh. erneuert. Die Gem. blieb lange isoliert. Die Fahrstrasse auf Schweizer Seite wurde 1917-18 gebaut, jene nach Italien 1964. I. hat sein ursprüngl., ländl. Dorfbild bewahrt. In der Vergangenheit betrieben die Dorfbewohner Landwirtschaft, deren Bedeutung in den 1970er und 80er Jahren stark abnahm. Auch das z.T. im Ausland ausgeübte Maurerhandwerk bot Beschäftigung. Während des grössten Teils des Jahres ist das Dorf entvölkert, doch ist in der Sommersaison ein Zustrom von Feriengästen zu verzeichnen (1987-90 Jugendherberge).


Literatur
– V. Gilardoni, p. Rocco da Bedano, «Riviera del G.», in AST 38, 1969, 129-139
Kdm TI 3, 1983, 37-48

Autorin/Autor: Graziano Tarilli / RG