01/12/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Gerra (Verzasca)

Polit. Gem. TI, Bez. Locarno. Sie umfasst die Enklaven G. Piano und Agarone in der Magadinoebene und G. Valle auf 826 m im Verzascatal. 1387 Giera. 1801 304 Einw.; 1870 186; 1900 413; 1950 451; 2000 1'098. Bis 1852 war G. Teil der Gem. Brione. Die Enklaven wurden G. 1920 zugewiesen, als der Streubesitz von Locarno, Minusio und Mergoscia im Gebiet der Terricciole entmischt wurde. 1742 löste sich die Pfarrei G. von Brione. Die Kirche S. Giovanni Evangelista existierte bereits im 15. Jh., wurde aber zweimal zerstört: gegen Ende des 16. Jh. durch einen Bergsturz und 1817 durch eine Überschwemmung. Der heutige Kirchenbau stammt von 1819. Die Kirche Sacro Cuore in G. Piano wurde 1930 erbaut. In G. Valle sind eine Mühle aus dem 16. Jh. und ein Haus von 1470 zu erwähnen. Die Einwohner lebten von Ackerbau und Viehzucht, seit dem 14. Jh. mit transhumantem Weidewechsel. Den Winter verbrachten sie in der Magadinoebene oder im Sottoceneri. Die Auswanderung ist bereits seit dem 17. Jh. erheblich, zwischen 1860 und 1874 emigrierte ein Viertel der Bevölkerung. Ende 20., Anfang 21. Jh. stieg die Einwohnerzahl dank der Entwicklung von G. Piano zu einem wichtigen Zentrum; im Tal hingegen war ein Bevölkerungsrückgang festzustellen.


Literatur
– A. Gnesa, Storia e storie di G. Verzasca, Valle e Piano, 1988
Archivio dei nomi di luogo, G. Piano, G. Valle, 2002

Autorin/Autor: Daniela Pauli Falconi / GG