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Gerra (Gambarogno)

Ehemalige politische Gemeinde TI, Bezirk Locarno, seit 2010 mit Caviano, Contone, Indemini, Magadino, Piazzogna, San Nazzaro, Sant'Abbondio und Vira (Gambarogno) Teil der neuen Gemeinde Gambarogno. Sie bestand aus Ronco, Riva und Scimiana. Der Name Gerra geht vermutlich auf das 18. Jh. zurück, als sich das erhöht gelegene Dorf Ronco de Martignoni (Name ab 1591 bezeugt) auf das Delta der Gerra und bis ans Ufer des Langensees ausdehnte. 1591 27 Feuerstätten; 1669 57; 1801 405 Einw.; 1850 651; 1900 451; 1950 330; 2000 254. Gerra war Teil der alten Nachbarschaft (vicinanza) des Gambarogno. Im 16. Jh. schlossen sich Ronco de Martignoni, Ronco di Sopra und Scimiana zu einer eigenständigen Gemeinde zusammen. Sie sind im Verzeichnis der Ländereien der Pfarrei S. Abbondio von 1596 aufgeführt. 1744 wurde die den Hl. Rochus und Sebastian geweihte Pfarrkirche errichtet. Von den drei bewohnten Dörfern bewahrte Scimiana das alte Ortsbild am besten. Ein Netz von engen Gässchen und typisch gambarognes. Durchgängen ist erhalten, während von den Holzbalkonen nur noch Spuren vorhanden und die Fischerhäuser gänzlich verschwunden sind. Zu Beginn des 21. Jh. war mehr als die Hälfte der aktiven Bevölkerung im tertiären Sektor beschäftigt, wobei die meisten ausserhalb des Wohnortes arbeiteten.


Literatur
– V. Gilardoni, R. da Bedano, «Riviera del Gambarogno», in AST, 1969, Nr. 38, 255-270
Kdm TI 3, 1983, 28-36

Autorin/Autor: Graziano Tarilli / GG