08/12/2006 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Gerra (Gambarogno)

Polit. Gem. TI, Bez. Locarno. Sie besteht aus Ronco, Riva und Scimiana. Der Name G. geht vermutlich auf das 18. Jh. zurück, als sich der erhöht gelegene Siedlungskern von Ronco de Martignoni (Name ab 1591 bezeugt) auf das Delta der Gerra und bis ans Ufer des Langensees ausdehnte. 1591 27 Feuerstätten; 1669 57; 1801 405 Einw.; 1850 651; 1900 451; 1950 330; 2000 254. G. war Teil der alten Nachbarschaft (vicinanza) des Gambarogno. Im 16. Jh. schlossen sich Ronco de Martignoni, Ronco di Sopra und Scimiana zu einer eigenständigen Gem. zusammen. Sie sind im Verzeichnis der Ländereien der Pfarrei S. Abbondio von 1596 aufgeführt. 1744 wurde die den Hl. Rochus und Sebastian geweihte Pfarrkirche errichtet. Von den drei bewohnten Siedlungskernen bewahrte Scimiana das alte Ortsbild am besten. Ein Netz von engen Gässchen und typisch gambarognes. Durchgängen ist erhalten, während von den Holzbalkonen nur noch Spuren vorhanden und die Fischerhäuser gänzlich verschwunden sind. Anfang des 21. Jh. ist mehr als die Hälfte der aktiven Bevölkerung im tertiären Sektor beschäftigt, wobei die meisten ausserhalb des Wohnortes arbeiten.


Literatur
– V. Gilardoni, R. da Bedano, «Riviera del Gambarogno», in AST, 1969, Nr. 38, 255-270
Kdm TI 3, 1983, 28-36

Autorin/Autor: Graziano Tarilli / GG