08/03/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken

Cugnasco

Polit. Gem. TI, Bez. Locarno. Die am Rande der Magadinoebene gelegene Gem. umfasst nebst C. die Fraktionen Boscioredo, Bosco, Massarescio, Medoscio, Moncucco, Pianrestello und Sciarana. 1374 Cunyascho. 1591 285 Einw.; 1760 325; 1801 279; 1850 349; 1900 433; 1950 473; 1960 428; 1990 821; 2000 1'120. Die heute geschützten Maiensässe von Ditto und Curogna sind die ältesten Siedlungen der Gem.; die in der sumpfigen, häufig vom Fluss Tessin und Wildbächen überschwemmten Ebene gelegenen Siedlungen entstanden erst später. Die heutige Ortschaft C. entwickelte sich v.a. dank der Hirten, die mit ihrem Vieh in der Magadinoebene überwinterten. Im 13. und 14. Jh. fand eine Einwanderung aus dem Verzascatal und die Übersiedlung von etwa 150 Einwohnern von Ditto und Curogna in die Ebene statt. In C., das zum Zentrum des Gemeindelebens wurde, befand sich ein 1653 aufgehobenes Kloster der Serviten, welche die Kapelle der Beata Vergine delle Grazie für die Einwohner der Ebene betreuten, die sich früher für den Gottesdienst bis nach Tenero begeben mussten. Die kleine Kirche aus dem 15. Jh., heute ein Kunstdenkmal, enthält wertvolle Fresken aus dem 16. und 17. Jh.; sie war das Ziel vieler Wallfahrer aus der Region. Die 1635-56 erbaute Probsteikirche S. Giuseppe wurde später Zentrum der Pfarrei, während Ditto und Curogna weiterhin ein Vikariat hatten. Sowohl die Kapelle S. Martino in Ditto wie jene der SS. Cristoforo e Anna in Curogna stammen aus dem 14. und 15. Jh. und enthalten Fresken aus versch. Epochen. C. befand sich an der Kreuzung der beiden wichtigen Handelswege von Locarno nach Bellinzona und von C. nach Contone sowie in der Nähe des sog. Porto sul Ticino, eines Flussübergangs, der nach dem Einsturz der Brücke von Bellinzona 1515 für die Erreichung des anderen Ufers unumgänglich wurde. Früher betrieb man in C. ausschliesslich Land- und Weidewirtschaft. 2000 arbeiteten weniger als 15% der Werktätigen im 1. Sektor, ca. drei Viertel waren Wegpendler.


Literatur
– G. Mondada, Ditto, Curogna e C., 1962 (31978)
Kdm TI 3, 1983, 139-159

Autorin/Autor: Daniela Pauli Falconi / SK