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Corippo

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Polit. Gem. TI, Bez. Locarno. Haufendorf im Verzascatal, am Westhang oberhalb des Stausees gelegen. 1224 Culipo; 1374 Quorippo. 1669 41 Haushalte; 1795 269 Einw.; 1850 294; 1900 196; 1950 73; 2000 22. Ursprünglich war C. eine Squadra der Gem. Vogorno, die eine gewisse Verwaltungsautonomie besass. Unabhängige Gem. wurde C. 1822. Bis 1854 hatte C. Gemeindegüter mit Minusio, Brione und Mergoscia. Die aus dem frühen 17. Jh. stammende Kirche Beata Vergine Annunciata (später Beata Vergine del Carmine) wurde im ausgehenden 18. Jh. vergrössert. C. gehörte ursprünglich zur Pfarrei Vogorno, hatte aber bereits im 17. Jh. einen eigenen Kaplan. 1782 wurde C. zur Pfarrei erhoben, seit 1917 jedoch wieder von Vogorno aus betreut. Die Einwohner waren traditionell Bauern und Hirten, die vom 14. Jh. an mit ihren Viehherden in der Magadinoebene überwinterten. Der kontinuierl. Bevölkerungsrückgang im 19.-20. Jh. erklärt sich aus der Knappheit der agrar. Ressourcen, die viele Einwohner zur Auswanderung gezwungen hat. Seit 1883 ist C. durch eine Fahrstrasse erschlossen. Der ganze Dorfkern steht heute unter Denkmalschutz; er wurde 1975 im Europ. Jahr für Denkmalpflege und Heimatschutz als beispielhaft ausgezeichnet.


Literatur
– G. Mondada, C., 1976
– P.G. Gerosa, Un microterritorio alpino, 1992

Autorin/Autor: Daniela Pauli Falconi / AW