• <b>Holzach</b><br>Ansicht des Gerichtsgebäudes von Mendrisio. Aquarellierte Zeichnung von  Hieronymus Holzach,   1774 (Kunstmuseum Basel, Kupferstichkabinett, Fotografie Martin Bühler) Als Landvogt von Mendrisio und Balerna zeichnete Hieronymus Holzach, wie er in der Bildlegende schreibt, nicht ohne Schalk die Rückseite des Palais, wo er die Gerichtssitzungen abhielt. Auf der Leiter spricht eine Frau – vermutlich unerlaubterweise – mit einem Angeklagten, während die Bewohner ihren alltäglichen Beschäftigungen nachgehen.

Holzach

Vertreter des Geschlechts wurden 1240 erstmals als Eigenleute der Gf. von Rapperswil erwähnt. Träger des Namens kamen im 13. bis 16. Jh. auch in Zürich, Bern, Baden und Liestal vor. Begründer der Basler Linie ist der erstmals 1385 nachweisbare Spengler Conzmann. Sein Sohn Konrad (gestorben 1443) war Mönch zu St. Urban, später Abt zu Lützel und Teilnehmer an den Konzilien von Konstanz und Basel. Oswald (gestorben 1495), ein Enkel des Conzmann, wandte sich dem Handel zu und erlangte 1481 das Amt eines Oberstzunftmeisters. Die durch ihn erworbene Stellung konnte die in Kleinbasel domizilierte Fam. in der Umbruchszeit nach 1500 nicht mehr halten. Oswalds Sohn Eucharius ( -> 1) und dessen Sohn Onophrion (gestorben 1552) gehörten noch dem Kl. Rat an. In den folgenden Generationen war die Fam. dagegen nur noch im Gr. Rat vertreten. Dieser gesellschaftl. Abstieg zeigt sich auch hinsichtlich des berufl. Wirkungsfelds. Während im 16. Jh. Eucharius' gleichnamiger Sohn (1486-1558) und dessen Sohn Hans Cosmas in Basel bzw. in Schaffhausen als Ärzte praktizierten und andere Familienmitglieder im Handel tätig waren, herrschten im 17. und 18. Jh. handwerkl. Berufe vor. Erst nach 1750 fand die Fam. wieder Anschluss an die städt. Elite. So war der Maler Hieronymus (1733-93), erster Vorsteher der obrigkeitl. Zeichenschule, 1772-74 Landvogt in Mendrisio. Der Theologe Hans Conrad (1753-1826) wurde 1784 Konrektor am Gymnasium und 1814 Dekan des Farnsburger Kapitels. Andere erreichten den gesellschaftl. Aufstieg als Kaufleute und Unternehmer, so der Seidenbandfabrikant Friedrich (1783-1818), Mitglied des Kl. Rats, und der Eisenwarenhändler Emanuel Georg (1794-1844), Gerichtsherr in Grossbasel und Appellationsrat. Robert ( -> 2) gehört der vom Bierbrauer Carl Friedrich Dietrich (1836-1905) begründeten Aarauer Linie an.

<b>Holzach</b><br>Ansicht des Gerichtsgebäudes von Mendrisio. Aquarellierte Zeichnung von  Hieronymus Holzach,   1774 (Kunstmuseum Basel, Kupferstichkabinett, Fotografie Martin Bühler)<BR/>Als Landvogt von Mendrisio und Balerna zeichnete Hieronymus Holzach, wie er in der Bildlegende schreibt, nicht ohne Schalk die Rückseite des Palais, wo er die Gerichtssitzungen abhielt. Auf der Leiter spricht eine Frau – vermutlich unerlaubterweise – mit einem Angeklagten, während die Bewohner ihren alltäglichen Beschäftigungen nachgehen.<BR/>
Ansicht des Gerichtsgebäudes von Mendrisio. Aquarellierte Zeichnung von Hieronymus Holzach, 1774 (Kunstmuseum Basel, Kupferstichkabinett, Fotografie Martin Bühler)
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Archive
– StABS, PrivA
Literatur
– G.A. Wanner, Die H., 1982

Autorin/Autor: Stefan Hess