28/11/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Faesch

Handwerkergeschlecht, das vermutlich aus dem Breisgau stammte. 1409 wurden die F. Bürger von Basel, ab 1494 gehörten sie dem Rat an. Die ersten F. waren Baumeister, Goldschmiede und Kaufleute, ab dem 17. Jh. waren sie auch in Metall- und Weinberufen tätig. Der Aufstieg zur städt. Elite gelang ihnen v.a. durch eine geschickte Heiratspolitik, die auch später konsequent weiter verfolgt wurde. Bis zum Ende des Ancien Régime war jede Generation der F. im Regiment vertreten, ab Mitte des 16. Jh. gehörte zusätzlich mindestens ein Mitglied der obersten polit. Führung Basels an (u.a. Remigius -> 11, Johann Rudolf -> 5). Johann Rudolf (1510-64) verweigerte 1530 das Abendmahl. Danach waren die F. reformiert mit Ausnahme von Kardinal Joseph (1763-1839), der in Frankreich lebte und ein Stiefonkel von Napoleon Bonaparte war. Ab Mitte des 16. Jh. stellten die F. hohe Militärs (Johann Rudolf -> 8), Juristen (Remigius -> 12, Sebastian -> 13) sowie Agrarfachleute (Andreas -> 1). 1572 zählten die F. ca. 22 Mitglieder, 1659 schon 132. Zwei Familienlinien bestehen vom 16. Jh. bis heute, die des Remigius und die des Landvogts Jeremias (1554-1632). Diverse Familienmitglieder wanderten im 17. Jh. nach Übersee aus. Fast alle erwachsenen F. des 17. und 18. Jh. erhielten eine gedruckte Leichenpredigt. Im 19. und 20. Jh. brachte die Fam. neben Theologen, Juristen und Ärzten besonders Ingenieure (Jules -> 9), Architekten (Emil -> 2) und bis 1925 Bierbrauer hervor.

1659 betrug das Kapital der F. als reichste Basler Fam. ca. 242'000 Gulden. Remigius ( -> 12) begründete eine bedeutende Kunstsammlung als Fideikommiss, die heute Teil diverser Museen und der Universitätsbibliothek Basel ist. Die im 16. Jh. gegründete Familienstiftung besteht bis heute.


Archive
– StABS, FamA
Quellen
– J. Tonjola, Basilea Sepulta, 1661
Literatur
– A. Burckhardt, «Stammbuch F.», in Wappenbuch der Stadt Basel 1, o.J.
Schweiz. Geschlechterbuch 6, 164-180

Autorin/Autor: Samuel Schüpbach-Guggenbühl