01/03/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken

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Polit. Gem. TI, Bez. Locarno. In der Magadinoebene am östl. Rand des Kreises Gambarogno gelegen. 1152 Gondono. 1591 70 Einw.; 1683 71; 1795 71; 1850 139; 1900 199; 1950 305; 1990 430; 2000 703. Die an den Berg angelehnte Siedlung ist alt, obwohl die ältesten Funde, drei Gräber, frühestens ins FrühMA zu datieren sind, in die Zeit also, als die Hauptübergänge über die Alpen wieder begangen wurden. Ursprung und Lage eines 1219 erw. Spitals des Johanniterordens sind umstritten. Es wurde später Kommende des Malteserordens, deren Güter im 16. Jh. ans Spital von Lugano und 1811 an die Fam. Antognini von Bellinzona übergingen. Um 1104 liess der adlige Langobarde Wido von Samarate eine Kirche errichten oder wiederaufbauen und schenkte sie dem Benediktinerkloster S. Giorgio in Quartino. Diese Kirche, die St. Niklaus geweiht war, wurde 1152 in die Pfarrei von Locarno inkorporiert. 1769 wurde sie aufgelassen und zerfiel. Pfarrkirche von C. wurde S. Giovanni Battista, die im 16. Jh. wiederaufgebaute Spitalkirche. Die Einwohner lebten als Hirten und Bauern, sie nutzten den untersten Teil des Abhangs des Monte Ceneri. Nach 1850 änderte sich die Beschäftigungslage wegen des Niedergangs des Hafens von Magadino und des Eisenbahnbaus. Viele Einwohner emigrierten und verdienten als Maler, Gipser, Stuckateure und Ofensetzer ihren Lebensunterhalt auswärts. Mit der Zuwanderung vorwiegend ital. Tagelöhner, Bauern und Arbeiter wuchs die Bevölkerung wieder. Ende des 20. Jh. bot v.a. der 3. Sektor Arbeitsplätze. In der weiten, früher sumpfigen Ebene entstanden nach der Korrektur des Tessins in den letzten Jahren Industrie- und Gewerbebauten.


Literatur
– V. Gilardoni, Rocco da Bedano, «Riviera del Gambarogno», in AST, Nr. 38, 1969, 239-254
Kdm TI 3, 1983, 24-28
– F. Leoni, C., 1989

Autorin/Autor: Graziano Tarilli / GG