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Burckhardt

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Basler Patriziergeschlecht. Der erste Vertreter und Stammvater Christoph (Stoffel) (1490-1578) wanderte aus dem heute unbekannten Britznach im Münstertal (Schwarzwald), das unter der Herrschaft des Klosters St. Trudpert stand, zu einem unbekannten Zeitpunkt nach Basel aus. 1521 Einkauf in die Safranzunft, 1523 Basler Bürger, 1536 Einkauf in die Schlüsselzunft. 1553 als Sechser im Gr. Rat, in dem die Fam. bis ins 20. Jh. ohne Unterbruch vertreten war. Christoph war zunächst als Tuch-, dann auch als Seidenhändler erfolgreich. 1518 in erste Ehe mit Ottilie Mechler verheiratet (in dieser Linie stirbt das Geschlecht in der vierten Generation aus). 1539 in zweiter Ehe mit Gertrud Brand verheiratet, der Tochter des späteren Bürgermeisters Theodor Brand. Auf die sechs Söhne aus dieser Ehe führen sich die Linien des Geschlechts zurück: die Bernhard-Linie, die im 17. Jh. endet, die Hieronymus-Linie, die Theodor-Linie, die Johann Rudolf-Linie, die Samuel-Linie, die im 19. Jh. erlischt, sowie die Daniel-Linie. Alle Söhne waren - mit Ausnahme des Deutschordensschaffners Hieronymus - Tuchleute und Seidenhändler, waren wie der Vater doppelzünftig und schlossen Ehen mit Töchtern aus den ersten Fam. Basels. Im 17. und 18. Jh. waren die B. mit allen führenden Fam. der Stadt (Iselin, Merian, Sarasin, Staehelin, Vischer, Wettstein) verschwägert. Die vorläufige Krönung des schnellen Aufstiegs war Bernhards Eintritt in den Kl. Rat (1603). In der Folge stellte die Fam. bis 1875 auch in diesem Gremium ständig einen Vertreter. Dank zahlreicher männl. Nachkommen verzweigte sich das Geschlecht rasch. Neben Politikern, reichen Kaufleuten und Gelehrten treten auch viele Handwerker und einfache Berufe auf. Politisch standen die B. im 17. und frühen 18. Jh. als zeitweise mächtigstes Geschlecht der Stadt (von Isaac Iselin mit den Medici verglichen) auf dem Höhepunkt: Bis 1798 verzeichneten sie sieben Bürgermeister, fünf Oberstzunftmeister und 17 Dreizehner ( -> 4, -> 5, -> 14, -> 28, -> 29, -> 31, -> 35, -> 42). Auch im 19. Jh. bekleideten vier B. das Amt des Bürgermeisters ( -> 8, -> 32, -> 37, -> 42). Mehrere Angehörige der Fam. erlangten Professuren an der Univ. Basel ( -> 2, -> 3, -> 11, -> 22, -> 25, -> 26, -> 44). Die wiss. Neigung der Fam. zeigte sich im 19. Jh. v.a. im Historischen, Jacob ( -> 26) ist davon der bedeutendste Zeuge. Weit über die Schweiz hinaus bekannt ist auch der Forschungsreisende und Entdecker Johann Ludwig ( -> 34). Bedeutendster Geistlicher der Fam. war Hieronymus ( -> 25). Obwohl viele B. in engl., franz., niederländ. oder ital. Dienste traten oder auswanderten, blieb Basel bis heute der geogr. Bezugspunkt des Geschlechtes. Die Berufung auf den Stammvater, das Bewusstsein, dem "Daig" (traditionelle Basler Führungsschicht) anzugehören, die regelmässige Durchführung von Familientagen und die Erhaltung einer Familienstiftung bilden auch heute eine Klammer für viele Mitglieder des immer noch blühenden Geschlechts.


Archive
– StABS, FamA
Literatur
Schweiz. Geschlechterbuch 2, 621-671; 7, 72-121
– A. Burckhardt, Herkommen und Heimat der Fam. B. in Basel und ihre soziale Stellung in den ersten Generationen, 1925
– W. Kaegi, Jacob B. 1, 1947, 31-47
ckdt. (Basel), 1990

Autorin/Autor: Leonhard Burckhardt