Tillier [von]

Bern. Patriziergeschlecht, das vermutlich ursprünglich aus Gerlafingen, allenfalls aus Frankreich stammt. Es wurde 1415 in Bern eingeburgert und war ab 1445 im Gr. Rat vertreten. Die T. stellten vom 15. bis 19. Jh. zahlreiche Gross- und Kleinräte, Landvögte ( -> 1, -> 4, -> 5, -> 6, -> 12, -> 13) sowie höhere Offiziere, hauptsächlich in franz. und österr. Diensten. Johann Anton ( -> 8) wurde Berner Schultheiss. Mit dem Historiker Johann Anton ( -> 10) starb das Geschlecht 1854 aus. Angehörige eines Zweigs, dem Johann Anton ( -> 9) und Johann Franz ( -> 11) angehörten, wurden als Träger von höchsten Staatsämtern in Diensten Karls VI. und Maria Theresias in den Adelsstand erhoben und traten zum Katholizismus über. In Opposition zu den Familientraditionen stand Anton Ludwig ( -> 2) als helvet. Statthalter. Über mehrere Generationen befanden sich das Schloss Bümpliz und die Landsitze Rörswil (Gem. Ostermundigen) und Neuhaus bei Münsingen im Besitz der Familie.


Literatur
– P. de Vallière, Treue und Ehre, 1940, 230, 436, 472, 570, 594
– von Rodt, Genealogien 5, 266-284

Autorin/Autor: Thomas von Graffenried