• <b>Stürler</b><br>Familienwappen mit goldenem Staketentor auf rotem Grund. Öl auf Holz, 1777 (Bernisches Historisches Museum). Die Wappentafeln der 38 Landvögte von Frienisberg sind erhalten geblieben, darunter jene von Bernhard Stürler, der das Amt 1777–1783 ausgeübt hat.

Stürler [von]

Fam. der Stadt Bern mit Gesellschaftsrecht zu Obergerbern und - wegen eines auf das 18. Jh. zurückgehenden unehel. Zweigs - zum Affen. Das Geschlecht führt seit 1806 das Prädikat "von", das auf das Dekret von 1783 zurückgeht. Im 15. Jh. waren versch. S. in Bern verburgert, 1472 wird erstmals der Stammvater Hans als Mitglied des Gr. Rats erwähnt. Sein Sohn Peter ( -> 12) brachte es bis zum Venner zu Gerbern. Nachdem das Geschlecht mehrere weitere Kleinräte hervorgebracht hatte, teilte es sich mit den Söhnen des Venners und Welschsäckelmeisters Abraham ( -> 1) um 1600 in sieben Linien, sodass die Fam. im 17. und 18. Jh. zu den zahlenmässig grössten Geschlechtern des Berner Patriziats heranwuchs. Entsprechend war sie im Gr. Rat stark vertreten und hatte kontinuierlich auch einen Vertreter im Kl. Rat, wo Vinzenz ( -> 13) zum Venner und sein gleichnamiger Sohn ( -> 14) sowie Beat Ludwig ( -> 3) zu Welschsäckelmeistern aufstiegen. Ausserdem durchliefen im 18. und 19. Jh. etliche S. in fremden Diensten Karrieren bis in Obersten- und Generalsränge, namentlich Johann Rudolf ( -> 6), Karl ( -> 8) und Adam Emanuel Carl (1807-90) in den Niederlanden, Niklaus Ludwig ( -> 11) und Alexander Carl (1825-1901) in Russland. Zu den wichtigsten Besitzungen der S. gehörten im 17. Jh. die Freiherrschaft Belp und die Herrschaft Toffen sowie im 18. Jh. die Herrschaften Bümpliz, Gümligen und Jegenstorf, wobei sich die Schlossgüter von Gümligen und Jegenstorf noch bis in die 1. Hälfte des 20. Jh. in Familienbesitz befanden. Nach 1831 zogen sich die S. aus der Politik zurück, wandten sich dem Handel und dem Bankenwesen oder freien Berufen zu und näherten sich so dem aufsteigenden Bürgertum an, was sich auch in der Ausdehnung ihres traditionellen Heiratskreises über das Berner Patriziat hinaus zeigte. Mehrere Mitglieder der beiden noch bestehenden Linien etablierten sich in den Niederlanden und als Kaufleute und Grossgrundbesitzer auf Java.

<b>Stürler</b><br>Familienwappen mit goldenem Staketentor auf rotem Grund. Öl auf Holz, 1777 (Bernisches Historisches Museum).<BR/>Die Wappentafeln der 38 Landvögte von Frienisberg sind erhalten geblieben, darunter jene von Bernhard Stürler, der das Amt 1777–1783 ausgeübt hat.<BR/><BR/>
Familienwappen mit goldenem Staketentor auf rotem Grund. Öl auf Holz, 1777 (Bernisches Historisches Museum).
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Literatur
Schweiz. Geschlechterbuch 3, 423-441
– von Rodt, Genealogien 5, 166-214

Autorin/Autor: Hans Braun