Manuel

Regimentsfähige Fam. der Stadt Bern, deren erster Vertreter namens Jakob Aleman um 1450 aus Chieri (bei Turin) über Genf nach Bern einwanderte und 1460 das Berner Burgerrecht erhielt. Als Stammvater gilt der Maler, Dichter und Staatsmann Niklaus ( -> 8), der den Familiennamen dem Namen seines vermutl. Vaters Emanuel de Allemannis entsprechend in M. abänderte. Mit Niklaus' Söhnen Hieronymus ( -> 5), Hans Rudolf ( -> 3) und Niklaus ( -> 9) teilte sich das Geschlecht in drei Hauptlinien, aus denen neben vielen Landvögten drei Venner zu Gerbern sowie mit dem erwähnten Hieronymus ein Seckelmeister und mit Albrecht ( -> 1) ein Berner Schultheiss hervorgingen. Angehörige der Fam. standen ab Ende des 17. Jh. in franz. (z.B. Rudolf -> 10) und ab Ende des 18. Jh. v.a. in holländ. (Rudolf -> 11) und engl. Solddiensten. Als Inhaber mehrerer Herrschaften - der 1620 ausgestorbenen älteren Linie gehörte die Hälfte von Worb, der jüngeren Cronay - und dank ihrer Heiratsverbindungen mit den angesehensten Fam. Berns gehörten die M. zu den 14 "edelvesten" Geschlechtern der Stadt. Im 19. und 20. Jh. wandten sich die M. jurist. (z.B. Carl -> 2) und kaufmänn. Berufen zu oder wanderten als Farmer in die USA aus. Heute blüht die Fam. in den USA.


Literatur
Schweiz. Geschlechterbuch 2, 312-323
– von Rodt, Genealogien 4, 1-25
– P. Zinsli, «Zwielichtiges und Erhelltes um Niklaus M.», in Reformatio 12, 1963, 213-224

Autorin/Autor: Hans Braun