Greyerz, von (BE)

Noch heute existierende, ehemals regimentsfähige Fam. der Stadt Bern ohne nachweisbaren genealog. Zusammenhang mit den Gf. von G. Schon im 14. Jh. sind Träger des Namens Wala von G. in Bern als Gross- und Kleinräte belegt. Der Beiname Wala (welsch) weist wohl auf die Herkunft aus dem franz. Sprachgebiet hin. Eindeutig als Stammvater anzusprechen ist erst Peter, der 1433 als Kleinrat erwähnt wird. Nachdem die Fam. mit Niklaus (gestorben 1515) und dessen Sohn Hans zwei Kleinräte gestellt hatte, teilte sie sich mit den Söhnen des Letzteren im 16. Jh. in zwei Linien. Die ältere, um 1700 erloschene Linie des mehrmaligen Landvogts Hans (gestorben 1588), die z.T. im Eisenhandel tätig war, hatte weiterhin Einsitz im Gr. Rat, versah Landvogteistellen und ging mit anderen regierenden Fam. Heiratsverbindungen ein. Die Angehörigen der jüngeren Linie des Albrecht, seit 1750 der Gesellschaft zu Webern angehörend, lebten von Handwerk und Handel (u.a. Hutmachergewerbe), versah niedere Stadtämter und etablierten sich nach 1700 über mehrere Generationen im Pfarrerberuf, so mit Abraham (1709-78), Pfarrer am Berner Münster, und Karl ( -> 7) sowie mit Gottlieb ( -> 5) und seinen Söhnen Adolf ( -> 1), Emil Georg Leo ( -> 3) und Walo ( -> 12) in den Forstwissenschaften. Der Solddienst spielte eine untergeordnete Rolle. Dennoch nannte sich David Niklaus (geboren 1739) aufgrund eines Zertifikats von Ludwig XIV. Chevalier de Gruyère et de Saint-Louis. Von den drei auf den Forstmeister Gottlieb zurückgehenden und noch heute blühenden Zweigen blieben der ältere des Alphons (1813-64) und der jüngere des Wilhelm Aimé Otto (1829-82), Pfarrer an der Heiliggeistkirche, in Bern. Aus Letzterem gingen Otto ( -> 10) und dessen Sohn Walo ( -> 13) hervor, aus Ersterem Hans ( -> 6). Die Nachkommen des mittleren, auf Friedrich Karl Walo (1815-1904) zurückgehenden Zweiges, wanderten nach Schweden und in die USA aus und etablierten sich dort als Farmer.


Archive
– BBB, FamA
Literatur
Schweiz. Geschlechterbuch 1, 163-170; 6, 255-260
– von Rodt, Genealogien 2, 263-276

Autorin/Autor: Hans Braun