07/11/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken

Frisching [von]

Ratsgeschlecht der Stadt Bern, vermutlich aus dem Niedersimmental stammend. Mit Hans (1445-1530) war die Fam. ab 1476 im Gr. Rat und ab 1506 im Kl. Rat vertreten. Bis ins 19. Jh. machten sich Mitglieder der Fam. in hohen polit. und militär. Ämtern und in der Verwaltung (v.a. als Landvögte) einen Namen: Sohn Hans (1486-1559) hatte sich wegen wilder Reisläuferei zu verantworten, zeichnete sich aber militärisch im Oberländeraufstand (1528) aus. Kleinrat und Venner Johann ( -> 3) wurde im Veltlinerzug als Musterherr erschlagen. Johanns Sohn Samuel der Ältere ( -> 6) errang 1668 als erster F. die bern. Schultheissenwürde. Dessen Sohn Samuel der Jüngere ( -> 7) machte sich als Sieger im 2. Villmergerkrieg (1712) und als Schultheiss verdient. Er vererbte in seiner Linie die 1709 erworbene Herrschaft Rümligen mit Schloss bis zu Johann Rudolf ( -> 4), mit dem die Linie erlosch.

Auch zur älteren Linie, ausgehend von Johann (1597-1638), dem Bruder Samuels des Älteren, zählten Offiziere in fremden Diensten, Politiker und Inhaber von Herrschaften, so Gabriel ( -> 1), der 1718 Herrschaft und Schloss Wil (Gem. Schlosswil) erwarb. Das Schloss blieb in der Hand dieser Linie, bis Gabriel Friedrich ( -> 2) es 1798 verkaufte. Zu den Nachkommen von Vinzenz (1654-1728), dem Bruder Gabriels, gehörten Karl Albrecht ( -> 5) und dessen Bruder Albrecht (1735-1813), Inhaber der Herrschaft Bremgarten von 1765-76. Die Fam. nahm 1783 das Adelsprädikat an.

Die wenigen F. des ausgehenden 20. Jh. - Juristen, Bankiers und Berufsoffiziere - stammen von zwei ehemals im Ausland tätigen Vertretern ab, nämlich von Gabriel Rudolf Karl (1831-98), Bankier und schweiz. Konsul in Frankfurt, und von Simon Moritz Lucien (1873-1932), Bankier in Paris.


Archive
– BBB, FamA
Literatur
Schweiz. Geschlechterbuch 1, 137-141; 6, 214-216

Autorin/Autor: Barbara Braun-Bucher