Dachselhofer [Daxelhofer]

Burgerfam. der Stadt Bern, die ursprünglich vom Zürcher Ratsgeschlecht der D. abstammte. Dessen Name geht auf den Ort Dachelsen im Kt. Zürich, Bez. Affoltern, zurück (1232 Tachilshovin). Hans ( -> 1) liess sich 1509 als Glaser in Bern nieder und wurde 1534 Mitglied des Gr. Rats. Die Fam. gehörte damit zu der in der Reformationszeit aufgestiegenen neuen Führungsschicht bürgerl. Herkunft und war bei der Gesellschaft Mittellöwen und der Gesellschaft zu Obergerwern zünftig. Sie zählte zu den kleineren regierenden Fam., stellte bis 1798 zahlreiche Grossräte und Landvögte, mehrere Mitglieder des Kl. Rats, Deutsch- und Welschseckelmeister, Heimlicher, zwei Venner und als wichtigsten Vertreter den Schultheissen Niklaus ( -> 4), der 1636-67 amtierte und die Geschicke Berns in einer schwierigen Phase massgeblich mitbestimmte. Bedeutend waren auch Vinzenz ( -> 6), Niklaus ( -> 5) und Johann Rudolf ( -> 3), die für die Stadt in heiklen diplomat. Missionen tätig waren. Mehrere Mitglieder der Fam. zeichneten sich in fremden Solddiensten aus, so Johann Rudolf ( -> 2), der 1733 den Dienst im Range eines kaiserl. Generalleutnants quittierte. 1682-1798 waren die D. Besitzer der Freiherrschaft und bis 1875 des Schlosses Utzigen. Zwischen 1798 und 1831 stellte die Fam. wieder mehrere Grossräte und die Oberamtmänner Albrecht Friedrich Niklaus (1763-1838) in Erlach 1810-20, Niklaus (1770-1852) in Courtelary 1822-31 und Niklaus Gottlieb (1791-1872) im Niedersimmental 1822-27. Mit dessen Sohn Karl Albrecht (1824-97) erlosch die männl. Linie der Berner D. Eine Nebenlinie ist jedoch seit 1587 in Biel (BE) und seit 1774 in Aubonne verbürgert. Ein Vertreter dieses Zweigs ist der Architekt Marcel Daxelhoffer. Die heutige Berner Burgerfam. (Daxelhofer) stammt aus Aubonne und wurde erst 1952 eingebürgert. Zu ihr gehört der Kunstmaler Vinzenz (geboren 1938).


Archive
– BBB
– BurgerratsA, Biel
Literatur
– E. Gruner Das bern. Patriziat und die Regeneration, 1943
– von Rodt, Genealogien 1, 179-189
Feller, Bern 2-4
KLS 1, 216
Künstlerverz., 1991, 112

Autorin/Autor: Christoph Zürcher