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Semini, Carlo Florindo

geboren 16.11.1914 Russo (heute Gem. Onsernone), gestorben 10.6.2004 Lugano, kath., von Rovio. Sohn des Costantino, Arztes, und der Lucietta geb. Rossi. ∞ 1) 1950 Maria Luisa Fondini (gestorben 1968), 2) 1973 Maria Gloria Ferrari. 1930-40 Musikstud. in der Schweiz, in Rom und Neapel, dort Abschluss mit dem Diplom für Klavier, Dirigieren, Komposition und Schulgesang. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz 1943 komponierte S. Werke für Chor und Instrumentalformationen. 1947-80 versah er versch. Aufgaben an der Musikabt. des Radios der ital. Schweiz. 1957-78 unterrichtete er zudem Musikgeschichte am kant. Gymnasium in Lugano. 1987 gehörte er zu den Gründern der Schweiz. Landesphonothek in Lugano und war langjähriges Vorstandsmitglied. 1955-87 sass S. auch im Verwaltungsrat der Schweiz. Genossenschaft für die Rechte der Urheber musikal. Werke (Suisa) sowie im Vorstand der Musikal. Jugend der Schweiz. Als Komponist entwickelte er die von der ital. Musik der Zwischenkriegszeit angestossene konstruktivist. Richtung weiter. Von ihr erbte er die Treue zur vokalen und instrumentalen Tradition und erlag auch dem Zauber der Archaismen.


Literatur
– Q. Principe, Carlo Florindo S., 1990
– C. Piccardi, «Percorsi di vita musicale», in Bloc Notes 48, 2003, 11-100

Autorin/Autor: Olivier Bosia / PTO