Chiggiogna

Ehemalige politische Gemeinde TI, Bezirk Leventina, seit 2006 Teil der Gemeinde Faido. In der mittleren Leventina am linken Rand der Talsohle auf 680 m gelegen; umfasst auch die Ortsteile Lavorgo und Fusnengo. 1209 Gazonia, 1515 Chisogna. 1567 40 Feuerstätten in C. und 3 in Lavorgo; 1574 132 Einw., 1745 98; 1850 188; 1900 393; 1930 552; 1950 473; 2000 378. Die Vicinanza C. war in fünf Degagne unterteilt, darunter jene von Prugiasco, einem Dorf im benachbarten Bleniotal, das bis 1803 zur Leventina gehörte. In der Nähe der Wohnsiedlung sind die Überreste eines aus dem 11.-13. Jh. stammenden "Heidenhauses" (Casa dei pagani) auszumachen. Bedeutendes Kunstdenkmal im Dorf ist die Pfarrkirche S. Maria Assunta mit einem rom. Glockenturm und einem bei der letzten Restauration zum Vorschein gekommenen Steinplattenboden aus derselben Epoche. Die Errichtung des Bahnhofs der Gotthardbahn im Ortsteil Lavorgo führte zu einer Verschiebung des Siedlungsschwerpunkts; so wurde in den 1950er Jahren die Gemeindeverwaltung dorthin verlegt. In Lavorgo befindet sich ein an das internat. Stromleitungsnetz angeschlossenes regionales Netzsteuerzentrum der Atel. Die Granitsteinbrüche haben viel von der Bedeutung, die ihnen bis zum 1. Weltkrieg zukam, eingebüsst. Dagegen begünstigte die Autobahnausfahrt den Neuaufschwung von C. als Wohnort.


Quellen
MDT, Serie 1
Literatur
– Bianconi, Inventario
– W. Meyer, Castelli del Ticino e del Grigioni italiano, 1982
– F. Viscontini, Le strutture ed il quotidiano, 2003

Autorin/Autor: Mario Fransioli / EB