01/09/2003 | Rückmeldung | PDF | drucken

Cavagnago

Polit. Gem. TI, Bez. Leventina. Dorf auf 1020 m am linken Abhang der unteren Leventina entlang der sog. Strada Alta und inmitten der sog. Traversa (Calonico, Anzonico, C., Sobrio). 1270 Cavagnago. 1574 305 Einw.; 1602 191; 1745 215; 1850 342; 1900 175; 1950 134; 2000 83. Mit den noch Anfang des 17. Jh. bewohnten Weilern von Segno, Mascengo und Codaghengo bildete das Dorf eine Degagna der alten Vicinanza Giornico. Im MA hingen C. und Sobrio von der aus dem 13. Jh. stammenden Kapelle S. Ambrogio von Segno ab, eine Kapelle mit wuchtigem rom. Glockenturm und Fresken aus dem 15.-16. Jh. C. gehörte zur Pfarrei Giornico, von der es sich 1585 abspaltete, um mit Sobrio eine selbstständige Pfarrei zu bilden. 1611 trennte sich Sobrio seinerseits ab. Die schon 1567 erw. Pfarrkirche S. Anna wurde 1934 renoviert. Sie besitzt einen bemerkenswerten Hochaltar aus polychromem Marmor mailändischer und ein in der Scagliola-Technik gearbeitetes Antependium römischer Herkunft, beide aus dem 17. Jh. Im 19. Jh. war C. trotz hoher Auswanderungsrate immer noch ein blühendes Dorf von Viehzüchtern, in dem Viehmärkte stattfanden. Am Ende des 20. Jh. gab es noch ein paar Landwirtschaftsbetriebe, die von der Beschaffenheit des Geländes und dem Vorhandensein zahlreicher Maiensässe begünstigt wurden. Die Maiensässe machen C. überdies zu einem geschätzten Ort für Sommerferien.


Quellen
MDT, Serie 1
Literatur
– Bianconi, Inventario

Autorin/Autor: Mario Fransioli / RG