• <b>Friedrich Hegar</b><br>Porträt des Musikers, 1906. Aufnahme eines unbekannten Fotografen (Privatsammlung) © Bibliothèque cantonale et universitaire Lausanne, Archives musicales.

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Hegar, Friedrich

geboren 11.10.1841 Basel, gestorben 2.6.1927 Zürich, von Basel, ab 1885 von Zürich. Sohn des Ernst Friedrich, Musiklehrers, Musikalien- und Instrumentenhändlers. ∞ 1) 1870 Susanna Albertina Volkart, 2) 1896 Karoline Julie Bolley. 1857-60 Stud. am Leipziger Konservatorium. Nach Engagements als Geiger und Konzertmeister in Warschau, Paris und London wurde H. als Konzertmeister des 1862 gegr. Orchestervereins nach Zürich berufen, wo er ab 1865 die Sinfoniekonzerte der Allg. Musik-Gesellschaft dirigierte und dann als Direktor und erster Chefdirigent das 1868 gegr. Tonhalle-Orchester leitete (bis 1906). Daneben war er 1864 Theaterkapellmeister, 1865-1901 Dirigent des Gemischten Chors, 1865-67 des Stadtsängervereins, 1875-78 und 1886-87 des Männergesangvereins Harmonie sowie 1891-96 des Lehrergesangvereins. 1876-1914 stand er der Zürcher Musikschule vor, zu deren Initianten er zählte (ab 1907 Konservatorium). Er präsidierte den 1900 von ihm gegründeten schweiz. Tonkünstlerverein und trat regelmässig als Geiger und Bratschist in Kammermusikkonzerten auf. H., der das Zürcher Musikleben nachhaltig prägte, brachte hervorragende Interpreten und Komponisten wie seinen Freund Johannes Brahms, aber auch Clara Schumann, Richard Strauss, Max Bruch und Pablo de Sarasate nach Zürich. Er dirigierte zahlreiche Zürcher Erstaufführungen von Johann Sebastian Bach und Ludwig van Beethoven und leitete grosse Musikfeste und Gedenkfeiern. Sein Oratorium "Manasse" zählte damals zu den meistaufgeführten Chorwerken im ganzen dt. Sprachraum. Die Bedeutung von H.s kompositorischem Schaffen liegt jedoch in seinen Männerchorballaden, mit denen er der "Liedertafelei" entgegentrat und dem Chorgesang neue Wege wies. 1889 Dr. h.c. der Univ. Zürich. 1908 Mitglied der Königl. Schwedischen Akad. der Musik in Stockholm, 1917 Mitglied der Berliner Königl. Akad. der Künste.

<b>Friedrich Hegar</b><br>Porträt des Musikers, 1906. Aufnahme eines unbekannten Fotografen (Privatsammlung) © Bibliothèque cantonale et universitaire Lausanne, Archives musicales.<BR/>
Porträt des Musikers, 1906. Aufnahme eines unbekannten Fotografen (Privatsammlung) © Bibliothèque cantonale et universitaire Lausanne, Archives musicales.
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Werke
Friedrich H.: Sein Leben und Wirken in Briefen, hg. und bearb. von F. Müller, 1987
Archive
– UBB, Nachlass
– ZBZ, Musikabt., Nachlass
Literatur
– W. Jerg, H.: ein Meister des Männerchorliedes, 1946
SML, 159 f.
Die Musik in Gesch. und Gegenwart, Personentl. 8, 22002, 1148 f.
RISM CH

Autorin/Autor: Regula Puskás