• <b>Torre</b><br>Ansicht der Schokoladenfabrik Cima-Norma, um 1930. Abzug von einem Glasplattennegativ von  Herbert Rüedi (Archivio di Stato del Cantone Ticino). Die an der Grenze zwischen Dangio und Torre gelegene Fabrik war 1904–1968 in Betrieb.

Torre

Ehemalige politische Gemeinde TI, Bezirk Blenio, seit 2006 mit Aquila, Campo (Blenio), Ghirone und Olivone Teil der neuen Gemeinde Blenio. T. liegt im mittleren Bleniotal auf rund 800 m Höhe östlich des Grumascio. 1927 fusionierte es mit Grumo. 1182 Turre. 1567 20 Feuerstätten in T. und 13 in Grumo; 1682 176 Einw.; 1798 119; 1836 146; 1850 143; 1900 167; 1950 287; 1970 229; 2000 282. Im MA gehörte T. zur sog. fagia di mezzo oder fagia di Aquila, einem der drei Steuer- und Wahlkreise des Bleniotals. Nach der Zerstörung der Burg Serravalle um 1180 liess Alcherio da T. in der Nähe des Dorfs die Burg Curtero errichten. Um die Macht dieser Familie einzudämmen, kam es 1182 zum Schwur von T. Auf das wichtige Bündnis gegen den Adel zwischen den Talleuten von Blenio und Leventina folgte die Belagerung und Schleifung der Burg. In der Folge teilte T. das Schicksal des Bleniotals. Die Pfarrei T. umfasst auch Grumo und seit 1927 Lottigna, das bereits bis 1555 dazugehört hatte. Die im 12. Jh. erstmals erw. Pfarrkirche S. Stefano wurde 1732 grösstenteils neu gebaut. Von der frühen Neuzeit an lebten die Einwohner von T. von der Land- und Weidewirtschaft, daneben von der v.a. saisonalen Auswanderung von Chocolatiers. An der Grenze zwischen Dangio und T. gründeten die Brüder Ernesto und Alfonso Cima 1904 die Fabrique de chocolat Cima Frères, die Giuseppe Pagani 1913 aufkaufte und in Chocolat Cima SA umbenannte (ab 1930 Chocolat Norma-Cima SA, häufig Cima-Norma genannt). Das Unternehmen beschäftigte in den 1950er Jahren rund 340 Personen, darunter zahlreiche Einwohner von T., die dank dieses Nebenerwerbs ihr Einkommen aus der Landwirtschaft aufbesserten. 1968 schloss das Unternehmen nach einer langen Zusammenarbeit mit Coop seine Tore. Die Gebäulichkeiten wurden daraufhin z.T. für kommerzielle und tourist. Zwecke umgenutzt.

<b>Torre</b><br>Ansicht der Schokoladenfabrik Cima-Norma, um 1930. Abzug von einem Glasplattennegativ von  Herbert Rüedi (Archivio di Stato del Cantone Ticino).<BR/>Die an der Grenze zwischen Dangio und Torre gelegene Fabrik war 1904–1968 in Betrieb.<BR/>
Ansicht der Schokoladenfabrik Cima-Norma, um 1930. Abzug von einem Glasplattennegativ von Herbert Rüedi (Archivio di Stato del Cantone Ticino).
(...)


Quellen
MDT, Ser. 3
Literatur
– F. Ambrosetti et al., Blenio 71, 1972
T., hg. von V.F. Raschèr, M. Frasa, 1983

Autorin/Autor: Mario Fransioli / PTO