Montenach, von [de Montagny]

Patrizierfam. der Stadt Freiburg. Nicht verwandt mit der Hochadelsfam. von Montagny. Das Geschlecht stammt ursprünglich aus Dompierre (FR), wo es seit dem 14. Jh. nachweisbar ist. Es nannte sich nach dem Städtchen Montagny-les-Monts. Im 16. Jh. wurde der Name verdeutscht. Mit Claude (gestorben 1563), der 1523 ins Freiburger Bürgerrecht aufgenommen wurde, begann der polit. Aufstieg der Familie. Das Geschlecht war bis zum Ende des Ancien Régime dauernd in den Räten der Stadt Freiburg vertreten, stellte fünf Schultheissen, darunter Anton Nikolaus ( -> 1), sowie zahlreiche andere Amtsinhaber und Landvögte, z.B. Jost Niklaus ( -> 8). Mit den Söhnen Daniels (gestorben 1590), darunter Anton ( -> 2) und Karl ( -> 9), teilte sich die Fam. in mehrere Zweige auf, die im Verlauf der Zeit in den Besitz versch. Herrschaften in Freiburg gelangten (Orsonnens, Pont, Wallenbuch, Rueyres-les-Prés, Rosières in der Gem. Grolley). Viele Offiziere machten im Ancien Régime und im 19. Jh. Karriere in fremden Diensten, v.a. in Genua, wo Jean Daniel (gestorben 1763) in den Grafenstand erhoben wurde, sowie in Frankreich, Spanien, Österreich und Kanada. Versch. M. zeichneten sich als Diplomaten aus, so Antons Sohn Johann Daniel ( -> 6), Jean ( -> 5) und Jean-Daniel ( -> 4). Jean machte auch als Politiker im neuen Kt. Freiburg Karriere, ebenso wie Georges ( -> 3). Zu Bischöfen von Lausanne wurden Pierre ( -> 11) und Joseph-Nicolas ( -> 7) gewählt. Der Franziskaner Nikolaus ( -> 10) wurde Provinzial der Oberdt. Minoritenprovinz, von den beiden Jesuiten mit dem Namen François Joseph wurde einer Rektor in Dillingen, der andere in Regensburg. Jeanne Baptiste (1600-73) war Priorin der Dominikanerinnen in Estavayer und Victoria (1698-1767) wurde Äbtissin der Zisterzienserinnen in La Maigrauge.


Literatur
Schweiz. Geschlechterbuch 5, 432-435
HS I/4, 158 f., 163-165; III/3, 826; IV/5, 687; V/1, 83

Autorin/Autor: Stefan Jäggi