Untersteckholz

Ehem. polit. Gem. BE, Amtsbez. Aarwangen, Verwaltungskreis Oberaargau, 2010 in die Stadt Langenthal eingemeindet. Streusiedlung ohne Dorfzentrum mit Weilern, u.a. Schwarzenbach (Station, Schulhaus), Kleinroth, Kleben, Breiten, Sängi (bis 1798 bei Roggwil) und Einzelhöfen. 1255 Stechcholz. 1764 221 Einw.; 1850 437; 1900 336; 1950 246; 2000 167. Neolith. Einzelfunde im Gjuch, unbestimmtes Erdwerk im Aspi. Im Weiler Kleinroth (1194 Rotah) entstand auf Boden der Frh. von Langenstein die Cella, aus der das Zisterzienserkloster St. Urban (Fund von St. Urbaner Ziegeln) hervorging. Nach 1194 wurde das Kloster an das rechte Ufer der Rot verlegt. Eine 1230-36 erw. Frauengemeinschaft zog vorübergehend in die verlassenen Gebäude ein. U. gehörte mit Gütern und Gericht - Letzteres als Teil des Niedergerichts Langenthal - dem Kloster St. Urban. Hochgerichtlich unterstand der Ort ab 1406 dem bern. Vogt in Wangen. 1798 kam U. zum Distrikt Langenthal, 1803 zum Oberamt bzw. Amtsbez. Aarwangen. 1831-2010 war U. eine selbstständige Gemeinde. Mit dem Abgang der Kirche in Kleinroth wurde es zuerst nach Thunstetten, ab 1538 nach Langenthal kirchgenössig. Bis 1790 hatten U. und Obersteckholz im Weiler Herrengasse eine gemeinsame Schule, kleine Schülerzahlen führten 1975 erneut zur teilweisen Zusammenlegung der Schule. Das landwirtschaftl.-kleingewerbl. U. wurde 1917 durch eine Schmalspurbahn bzw. 1982 durch eine Buslinie mit Langenthal verbunden.


Literatur
– G. Boner, «Zur älteren Gesch. des Klosters Olsberg», in Vom Jura zum Schwarzwald 63, 1961, 1-47
– K.H. Flatt, Die Errichtung der bern. Landeshoheit über den Oberaargau, 1969
Der Amtsbez. Aarwangen und seine Gem., 1991
– B. Mutter, P. Bannwart, Bauinventar der Gem. U., 1998

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler