27/10/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken

Marolta

Ehem. polit. Gem. TI, Bez. Blenio, seit 2004 Teil der polit. Gem. Acquarossa. Die Gem. umfasste das gleichnamige Dorf auf einer Terrasse am rechten Hang des mittleren Bleniotals sowie einen Teil der Siedlung Traversa. 1205 Malouta. 1808 178 Einw.; 1850 136; 1900 86; 1950 75; 2000 43. Nordwestlich des Dorfes fanden sich Reste einer Casa dei Pagani. Im MA bildete M. mit Castro und Ponto Valentino eine Nachbarschaft, die sog. Consiglio. Nach der Abtrennung von Castro 1909 wurde M. eine selbstständige Pfarrei. Die 1402 den Hl. Bartholomäus und Gotthard geweihte Kirche erfuhr 1674 eine Neugestaltung. Die Emigration vieler Einwohner in europ. Länder und die übrige Schweiz, wo sie sich als Kastanienröster, Kellner oder Hausangestellte verdingten, brachte M. zwar Einkünfte, sorgte aber gleichzeitig ab Beginn des 19. Jh. für eine konstante Bevölkerungsabnahme. In den letzten Jahrzehnten nahm die Zahl der Zweitwohnungen zu. Die Güterzusammenlegung wurde 1945 eingeleitet, 1946 folgte die Eröffnung einer Fahrstrasse. 2000 stellte die Landwirtschaft noch ein Drittel der Arbeitsplätze in M.


Quellen
MDT, Ser. 3
Literatur
– M. Vicari, Valle di Blenio 2, 1995
– L. Solari, Blenio: una valle a confronto, 1998

Autorin/Autor: Sonia Fiorini / BT